Indien bald mit eigenem Standard für Bio-Baumwolle

Montag, 13 August 2012

Indien ist derzeit der größte Produzent organischer Baumwolle der Welt. Jetzt will es mit dem Indian Standard for Organic Textiles (ISOT) bald ein eigenes Qualitätszeichen einführen, das den Lebenszyklus der Baumwollfaser direkt von der Ernte bis zur fertigen Kleidung dokumentiert. Der zur Zeit verwendete Global Organic Textile Standard (GOTS) greift erst beim Herstellungsprozess der Baumwolle.

“Dies erlaubt nicht, die Nachverfolgbarkeit und Unversehrtheit von organischen Textilien beizubehalten,” kommentierte Dr. PVSM Gouri von der indischen Zulassungsstelle für organische Produkte. “ISOT beginnt direkt von der ersten Phase des Baumwollanbaus und endet mit dem Endprodukt der gesamten Textil-Wertschöpfungskette. … Das Hauptziel von ISOT ist, die Glaubwürdigkeit von organischer Baumwolle in Indien beizubehalten und ein Gefühl für soziale Verantwortung zu schaffen,” sagte Dr. Gouri weiter.

Der kontrollierte biologische Anbau von Baumwolle ist noch recht jung und reicht nur bis in die 80er Jahre zurück. Zur Zeit wird in rund 20 Ländern der Welt ökologische Baumwolle angebaut, darunter Indien, Syrien, Türkei, China, USA, Ägypten, Peru und anderen. Die Vielfältigkeit der Anbausysteme und agrar-ökologischen Bedingungen wie zum Beispiel Klima und Betriebsstruktur in den verschiedenen Ländern zeigen, dass Baumwolle unter den verschiedensten Bedingungen erfolgreich ökologisch angebaut werden kann.

Indien exportierte zwischen April 2011 und März 2012 1.418 metrische Tonnen organischer Baumwolle. Ein Großteil der gesamten produzierten organischen Fasern und Textilien wird von Unternehmen in Europa und den USA verwendet, darunter C&A, H&M, der Otto-Versand, Nike, Adidas, Levi Strauss und andere. In Deutschland ist die Nachfrage nach anti-allergischen, haut- und umweltverträglichen Kleidungsstücken stetig gestiegen.

Qualitätsstandards wie der am 31. Juli 2012 eingeführte ISOT-Standard sind dringend notwendig, da die Bedrohung und Kontamination durch genetisch veränderte Pflanzen akut ist. “Genetisch veränderte Produkte sind in der organischen Landwirtschaft nicht zulässig. Da in Indien in 95 Prozent der Baumwollanbaugebiete genetisch veränderte Baumwolle angebaut wird, ist das Risiko der Vermischung von BT-Baumwolle mit organischer Baumwolle sehr groß,” warnte Dr. Gouri.

Foto: Squirrel Cottage