Verbraucher optimistisch - Konsumklima verbessert E-Mail
Dienstag, 27 Juli 2010
Die Deutschen glauben derzeit offenbar fest an die Erholung der Konjunktur. Daher geht es auch mit dem Konsumklima aufwärts. Das ist jedenfalls das Fazit der aktuellen Erhebung, deren Resultate die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag vorlegte. Für den August prognostiziert die GfK einen Anstieg des Konsumklima-Indikators auf 3,9 Punkte. Im Juli lag er bei 3,6 Punkten.

Maßgeblich für den Aufwärtstrend verantwortlich ist ein deutlicher Zuwachs bei der Konjunkturerwartung, einem der drei Teilindikatoren, aus denen das Konsumklima errechnet wird. Der entsprechende Index stieg von 5,5 Punkten im Juni auf 36,8 Punkte im Juli. „Die Verbraucher erwarten, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht nur weiter fortsetzen, sondern sogar noch an Dynamik gewinnen wird“, erläuterten die Konsumforscher. Unterstützt wurde diese Hoffnung zuletzt durch erfreuliche Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung und den Arbeitsmarkt. „Nach dem starken Einbruch der Konjunktur im vergangenen Jahr erholt sich die deutsche Wirtschaft offenbar schneller von der Finanz- und Wirtschaftskrise als ursprünglich gerechnet“, so das Fazit. Zudem verwies die GfK auf den psychologischen Effekt der erfolgreichen Fußball-Weltmeisterschaft.

Eng mit der allgemeinen Konjunkturerwartung ist die individuelle Einkommenserwartung verknüpft. Die war im Juni deutlich zurückgegangen, erholte sich in den vergangenen Wochen aber wieder. Der Index stieg von 8,2 Punkten im Vormonat auf 29,1 Punkte im Juli. „Die im Rahmen der wirtschaftlichen Erholung zurückgehende Zahl an Arbeitslosen führt dazu, dass weniger Beschäftigte konkret Angst um ihren Job und damit ihre Einkommenssituation haben“, erläuterte die GfK. Außerdem ist „in den vergangenen Wochen in allen Bereichen der Wirtschaft die Kurzarbeit massiv zurückgegangen“, was sich positiv auf die Einkommen der betroffenen Verbraucher ausgewirkt hat.

Die Anschaffungsneigung ließ allerdings im Vergleich zum Vormonat leicht nach. Der Index sank von 30,4 auf 27,9 Punkte. Das werteten die Konsumforscher aber lediglich als „Normalisierung“: „Vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft haben einige Branchen von einer Sonderkonjunktur profitiert und so wurden insbesondere in der Unterhaltungselektronik Investitionen vorgezogen“, erklärten sie. Die Konsumneigung liege nach wie vor „weit über dem langfristigen Durchschnitt“.

Was die weitere Entwicklung des Konsumklimas angeht, zeigten sich die Forscher vorsichtig optimistisch: „Ob sich der Stimmungsaufschwung auch in den kommenden Monaten fortsetzen wird, bleibt abzuwarten. Die Rahmenbedingungen dafür sind jedenfalls gegeben. Der Arbeitsmarkt wird sich auch in den nächsten Monaten von seiner positiven Seite zeigen und die Zahl der Arbeitslosen wird vermutlich weiter sinken“, so die GfK. Zudem werde die für den Konsum so wichtige Inflationsrate voraussichtlich weiterhin niedrig bleiben.

Foto: ECE


 
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