Trotz Krise: Preise steigen weiter

Dienstag, 10 März 2009

EinzelhandelTrotz der aktuellen Wirtschaftskrise, der Angst vor einer globalen Rezession und der drohenden Konsumflaute sind die Verbraucherpreise im Februar 2009 gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres nicht gefallen. Wer angesichts der sich bereits 2008 abschwächenden Konjunktur damit  gerechnet hatte, dass die tatsächlich stattgefundenen Rabattschlachten im Einzelhandel, gepaart mit fallenden Energiekosten zu einem moderaten Rückgang der Inflation führen werden, hat sich gründlich verrechnet.

EinzelhandelWie das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner neuen Erhebung über die Entwicklung der Verbraucherpreise belegt, kam es lediglich zu einer Abschwächung der Inflationsrate. So ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Februar 2009 gegenüber Februar 2008 um glatt ein Prozent gestiegen. Die Inflationsrate, die von August 2008 bis Januar 2009 kontinuierlich zurückgegangen war und im Januar 2009 bei 0,9 Prozent lag, blieb damit im Februar weitgehend stabil.

Den stärksten Preisverfall gab es bei den Mineralölprodukten, die zum Teil bis zu 27 Prozent billiger zu haben waren als noch vor einem Jahr. Über dem Durchschnitt liegt hingegen die Preissteigerung bei Bekleidung, Textilien und Schuhen. In diesem Segment mussten die Verbraucher im Februar durchschnittlich 1,4 Prozent mehr hinlegen als im Jahr zuvor. Und die Preise ziehen hier weiter an. Beflügelt von der anhaltenden Kauflaune der Deutschen, stiegen die Preise für Bekleidung gegenüber dem Januar um 2,1 Prozent, einer der Spitzenwerte im Vergleich zu anderen Geschäftsbereichen. Vor allem der für Textilien mussten die Konsumenten zuletzt mehr hinblättern, genauer gesagt: 2,4 Prozent mehr als im Januar. Zum Vergleich: die Inflationsrate im Produktsegment Schuhe stieg im selben Zeitraum nur um moderate 0,8 Prozent.

Dies sind Zahlen, die dem arg gebeutelten, textilen Einzelhandel eigentlich Mut machen sollten. Die Nachfrage nach saisonaler Mode scheint ungebrochen, der Frühling steht in den Startlöchern und wird sicherlich für einen weiteren Anstieg der Kauflaune sorgen, und die Preise bleiben stabil oder steigen sogar an. Einzige Gefahr: ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im großen Stil. Das könnte den Deutschen die Kauflaune nämlich doch noch gründlich verderben und die zarte Pflanze Hoffnung, die im Modeeinzelhandel zu gedeihen scheint, wieder zum Welken bringen.

Foto: Galeria Kaufhof