sky content L jobboard light 120x600 201304

Trotz Krise: Konsumklima bleibt stabil
E-Mail
Mittwoch, 29 August 2012
Die deutschen Verbraucher machen sich mittlerweile große Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur – kein Wunder angesichts der allgegenwärtigen Krisenmeldungen über die Situation in der Eurozone. Das Konsumklima kann das allerdings noch nicht trüben. Denn die Deutschen wollen derzeit weniger sparen und mehr ausgeben.

Für den September prognostiziert das Marktforschungsinstitut GfK, dass der Indikator für das Konsumklima einen Wert von 5,9 Punkten erreichen wird – und damit exakt dasselbe Niveau wie im August. Und das, obwohl die Konsumerwartung der Deutschen im August deutlich pessimistischer ausfiel als im Vormonat. Nach -5,6 Punkten im Juli sank der entsprechende Index auf -18,9 Punkte. „Die Furcht der deutschen Konsumenten vor einer spürbaren Abschwächung der Konjunktur ist auch im August weiter gestiegen“, resümierten die Marktforscher.

Der wesentliche Grund für den Abwärtstrend kann nicht überraschen: „Die Rezession in einigen Ländern der Eurozone lässt die deutschen Konsumenten zunehmend befürchten, dass sich auch die Bundesrepublik anstecken könnte“, heißt es in der Studie. Nachvollziehbar, da sich auch das Wirtschaftswachstum hierzulande zuletzt bereits verlangsamt hat. Das habe unter anderem daran gelegen, dass die Exporte in die südeuropäischen Krisenländer Spanien, Italien und Griechenland „eingebrochen“ seien, so die GfK.

Die individuelle Einkommenserwartung, ein weiterer Aspekt, der für die Berechnung des Konsumklimas herangezogen wird, ging trotz der Hiobsbotschaften nur leicht zurück. Der Index sank von 36,3 Punkten im Juli auf 31,6 Punkte im August. Hier spielten gegenläufige Entwicklungen eine Rolle. So bildeten nach Angaben der GfK „die im Vergleich zu den Vorjahren guten Tarifabschlüsse in Verbindung mit einer sehr stabilen Arbeitsmarktlage weiter eine wesentliche Stütze der Einkommenserwartung“. Die allgemeine Krisenstimmung sowie steigende Inflationsängste ließen den Index jedoch insgesamt abrutschen.

Auch die Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher sank nur leicht – von 35,8 Punkten im Juli auf 33,1 Punkte im August. Neben den guten Zahlen vom Arbeitsmarkt und höheren Tarifabschlüssen spielte aber auch hier die Finanzkrise im Euroraum eine Rolle. Es bestünden derzeit „beträchtliche Vorbehalte, Geld bei Banken anzulegen“, konstatierten die Marktforscher: „Die Furcht vor einem Stabilitätsverlust der Währung ist groß“. Daher geben die Deutschen – auch angesichts niedriger Zinsen – ihr Geld lieber aus: Die GfK diagnostizierte eine „deutlich zurückgehende Sparneigung der Konsumenten“.

Und daher bleibt das Konsumklima trotz schlechter Vorzeichen vorerst alles in allem stabil. „Der private Konsum ist somit auch weiterhin eine wichtige Stütze der Konjunktur in Deutschland“, lautet das Fazit der Forscher. Derzeit leiste er sogar „einen überproportionalen Beitrag zum Anstieg des Bruttoinlandsproduktes“.

Foto: ECE


Bookmark or Share

| More

sky content R education 120x600 201304