Tom Tailor übertrifft sich selbst
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Mittwoch, 02 März 2011
Das Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor konnte im vergangenen Jahr nicht nur deutlich schneller wachsen als der Markt, sondern übertraf auch die eigenen Erwartungen. Der forcierte Ausbau kontrollierter Flächen und die konjunkturelle Erholung in wichtigen Absatzmärkten hätten 2010 maßgeblich dazu beigetragen, dass der Konzern die im vierten Quartal angehobene Umsatzprognose nochmals habe deutlich übertreffen können, so die Verantwortlichen.

So stieg der Konzernumsatz im vierten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahresquartal um 26,2 Prozent an. Im gesamten Geschäftsjahr erhöhte Tom Tailor den Konzernumsatz 15,8 Prozent auf 347,7 Millionen Euro und profitierte dabei eigenen Einschätzungen zufolge sowohl von der konsequenten Umsetzung seiner Strategie, hochwertige Casual Wear zu einem attraktiven Preis anzubieten, als auch von seinem Fokus auf den Ausbau eigenkontrollierter Verkaufsflächen wie Retail-Stores, Franchise-Stores und Shop-in-Shops. Mit seinem vertikalen Geschäftsmodell, das mit monatlichen Kollektionen und der Kontrolle über die komplette Wertschöpfungskette eine schnelle Reaktion auf Trends ermöglicht, konnte das Unternehmen die anziehende Konsumnachfrage anscheinend optimal nutzen.

Entsprechend gut gelaunt zeigte sich Tom Tailor-Chef Dieter Holzer, für den das Jahr 2010 „in zweifacher Hinsicht bemerkenswert“ verlief. „Wir sind im operativen Geschäft profitabel gewachsen und wir haben als eines der wenigen Unternehmen in Deutschland erfolgreich den Schritt an die Börse geschafft“, so Holzer stolz. Durch gezielte Investitionen in die Marken Tom Tailor Casual und Tom Tailor Denim und durch den Ausbau des hauseigenen Vertriebsnetzes habe man einen kräftigen Umsatzsprung erreicht und auch beim Ergebnis kräftig zugelegt.

Das Segment Retail, das die von Tom Tailor selbst betriebenen Retail-Stores einschließlich des Bereichs E-Commerce umfasst, steigerte den Umsatz um 39,5 Prozent auf 106,7 Millionen Euro. Die Zahl der eigenen Retail-Stores erhöhte sich zugleich um 71 auf 158. Aber auch flächenbereinigt wuchs der Umsatz im Retail-Segment um 16,8 Prozent. Ein besonders dynamisches Wachstum verzeichnete das Unternehmen auch mit seinem Internet-Geschäft. Hier legte der Umsatz legte sogar um 41,4 Prozent zu. Im Bereich Wholesale erhöhte sich der Umsatz hingegen nur um 7,7 Prozent auf 241,0 Millionen Euro. Nur in den Kernmärkten wuchs der Konzern mit 11,6 Prozent zweistellig und profitierte dabei vor allem von der Erweiterung seines Vertriebsnetzes sowie vom positiven Konsumklima in Deutschland und in einigen ausländischen Kernmärkten.

Die Ertragslage der Hamburger wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr maßgeblich durch einmalige Aufwendungen für den Börsengang im März 2010 beeinflusst. Trotzdem steigerte Tom Tailor das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um immerhin 5,9 Prozent auf 40,1 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge belief sich auf 11,5 Prozent nach 12,6 Prozent im Vorjahr. Belastend habe sich jedoch eine höhere Materialaufwandsquote ausgewirkt, die vor allem auf die im Jahresverlauf deutlich gestiegenen Baumwollpreise sowie höhere Frachtkosten zurückzuführen sei, so das Management. Das durch Einmaleffekte belastete, berichtete EBITDA belief sich so auf nur rund 30 Millionen Euro nach 37 Millionen in 2009.

Trotzdem verzeichnete Tom Tailor im Ergebnis nach Steuern einen satten Zuwachs, vor allem beflügelt durch den positiven Geschäftsverlauf, das verbesserte Finanzergebnis und Steuereffekte. So sprang das um Sondereffekte bereinigte Periodenergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als das Zwanzigfache von 0,6 Millionen auf 12,4 Millionen Euro. Trotz der Sondereffekte aus dem Börsengang und der vorbörslichen Finanzierungsstruktur drehte das berichtete Periodenergebnis so ins Positive und erreichte 2,4 Millionen Euro nach -5,6 Millionen Euro im Vorjahr.

Für das Geschäftsjahr 2011 erwartet der Vorstand aus heutiger Sicht einen Umsatz von mindestens 400 Millionen Euro und kündigte bereits an, 60 bis 70 neue Stores eröffnen zu wollen. Darüber hinaus will das Unternehmen auch im Segment Wholesale weiter zulegen und die Anzahl der kontrollierten Shop-in-Shop-Flächen und der Franchise-Stores erhöhen. Neben dem weiteren Ausbau des Geschäfts in Deutschland soll sich die Expansion vor allem auf die ausländischen Kernmärkte Österreich, Schweiz, die Benelux-Staaten und Frankreich konzentrieren. Darüber hinaus prüft die Konzernführung derzeit den Eintritt in weitere Auslandsmärkte wie beispielsweise Polen. Trotz der zu erwartenden hohen Baumwollpreise und den Anlaufkosten der neu zu eröffnenden Stores geht Tom Tailor für 2011 von einem Anstieg des EBITDA auf 48 bis 51 Millionen Euro aus.

Foto: Tom Tailor


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