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Textilfachhandel boomt wieder
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Dienstag, 08 März 2011
Nach einem kurzen, krisenbedingten Einbruch im zweiten Halbjahr 2009 ist das vergangene Jahr für den deutschen Modefachhandel wieder recht gut verlaufen. Wie der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) mitteilt, konnte die Branche vor allem in den letzten sechs Monaten 2010 wieder ordentlich zulegen und das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von drei bis vier Prozent abschließen.

Zwar hätten einige Modehäuser seit Juni 2010 Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich verbuchen können, die Datenlage über die Umsatzentwicklung der Branche zeige sich jedoch trotz dieser Sonderfälle ziemlich einheitlich, so der BTE. Schließlich hätten die ihm vorliegenden Umsatzmeldungen einzelner Berichtskreise durchweg ein ordentliches Umsatzplus errechnet. Das gelte auch für die amtliche Umsatzstatistik für den „Einzelhandel mit vorwiegend Bekleidung“, die für 2010 ein vorläufiges Plus von vier Prozent ausgeworfen habe. Der „Einzelhandel mit vorwiegend Textilien“, der vor allem Betten- und Haustextilgeschäfte umfasst, kam danach im letzten Jahr auf ein Plus von 1,6 Prozent.

Dennoch gibt es nach Angaben des Branchenverbandes eine ganz Reihe von Textil- und Modegeschäften, die im vergangenen Jahr ein Umsatzminus hinnehmen mussten. Getroffen habe es vor allem kleinere Geschäfte in frequenzarmen Lagen, die zahlenmäßig immer noch die Mehrheit der Branche stellen. Da viele Erhebungen jedoch bei ihrer Durchschnittsberechnung eine Umsatzgewichtung vornähmen, fielen die Ergebnisse dieser Kleinbetriebe weniger stark ins Gewicht, heißt es in einem aktuellen BTE-Bericht. Es sei daher durchaus möglich, dass trotz des Gesamtzuwachses der Branche im letzten Jahr die Mehrzahl der Unternehmen einen Umsatzrückgang erlitten habe.

Dagegen haben größere Mittelständler und Platzhirsche nach BTE-Erkenntnissen erneut überdurchschnittlich abgeschnitten - auch dank eines professionellen Warenmanagements. Hier haben kleine und mittlere Fachgeschäfte meist Nachteile, da ihnen oftmals die Möglichkeit fehlt, mit Flächenverschiebungen auf Marktveränderungen zu reagieren. Manche Modehäuser verbuchten zudem wachsende Umsätze aus Online-Aktivitäten. Immer mehr Marken und Unternehmen bieten ihre Produkte auf hauseigenen Online-Shops an und verstärken zudem ihren Auftritt in der Fläche. Dass E-Commerce dabei ein besonders expansiver Markt ist, zeigt die Entwicklung des „Versand- und Internethandel mit vorwiegend Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren“, der im letzten Jahr seinen Umsatz um starke 9,6 Prozent steigern konnte.

Benachbarte Branchen wie der Schuh-, Sportartikel- und Lederwarenhandel waren im Jahr 2010 sogar noch etwas erfolgreicher als der Bekleidungsfachhandel. So weist die amtliche Statistik für das Geschäft mit Schuhen ein vorläufiges Umsatzplus in Höhe von 7,1 Prozent aus, während der Sportfachhandel um 8,1 und der Lederwarenfachhandel sogar um 8,7 Prozent wachsen konnte.

Sollte die wirtschaftliche Lage weiterhin stabil bleiben und die Arbeitslosenquote weiter sinken, rechnet die Branche für dieses Jahr wieder mit einer durchgehend guten Geschäftsentwicklung. Nach Abschluss der ersten Orderrunden, die größtenteils erfolgreicher verlaufen sind als vor einem Jahr, ist dieser Optimismus wohl durchaus begründet.

Foto: Adidas


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