Sattes Umsatzplus für Burberry

Donnerstag, 22 Januar 2009

Das britische Luxusmodehaus Burberry Group plc. hat das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 mir einem deutlichen Umsatzzuwachs abgeschlossen. Trotzdem kündigte das Unternehmen weitere massive Sparmaßnahmen, darunter auch Stellenstreichungen, an. In dieser Woche gab Burberry in einer Zwischenmitteilung bekannt, dass der Konzernumsatz im abgelaufenen Quartal, das am 31. Dezember 2008 endete, eine Höhe von 329 Millionen Britische Pfund (348 Millionen Euro) erreichte. Er übertraf damit das entsprechende Vorjahresniveau von 254 Millionen Britischen Pfund um bemerkenswerte 30 Prozent. Währungsbereinigt lag das Plus bei 9 Prozent.

In nahezu allen Marktregionen konnte das Modehaus deutlich zulegen: In Europa (ohne Spanien) stieg der Umsatz um 31 Prozent von 83 auf 109 Millionen Britische Pfund. Eingerechnet sind hier die Umsätze des im vergangenen September gegründeten Joint Ventures Burberry Middle East. Die Region Americas verbuchte eine Steigerung um 28 Prozent von 85 auf 109 Millionen Britische Pfund, der Umsatz im asiatisch-pazifischen Raum legte um 48 Prozent von 60 auf 88 Millionen Britische Pfund zu. In Spanien musste der Konzern hingegen einen Rückgang um 11 Prozent von 26 auf 23 Millionen Britische Pfund hinnehmen.

Der eigene Einzelhandel entwickelte sich aufgrund der fortgesetzten Flächenexpansion dynamisch: Hier stiegen die Umsätze um 33 Prozent (währungsbereinigt +12 Prozent) von 161 auf 213 Millionen Britische Pfund. Auf vergleichbarer Fläche ergab sich allerdings ein Rückgang um drei Prozent. Das Großhandelsgeschäft meldete ein Plus von 28 Prozent (währungsbereinigt +8 Prozent) von 74 auf 95 Millionen Britische Pfund, im Lizenzgeschäft kletterte der Umsatz um 10 Prozent von 19 auf 21 Millionen Britische Pfund. Währungsbereinigt entspricht das allerdings einem Rückgang um 8 Prozent.

Diese Resultate klingen nach hervorragenden Geschäften, möglich wurden die hohen Umsatzzuwächse jedoch nur durch massive Preisnachlässe im Dezember. Damit gerieten erwartungsgemäß auch die Margen unter Druck. Auf diese Entwicklung reagierte der Konzern mit neuen Kostensenkungsmaßnahmen. Bereits im November hatte Burberry ein Sparprogramm beschlossen, mit dem man die Kosten im kommenden Geschäftsjahr um 15 bis 20 Millionen Britische Pfund senken will. Nun kündigte das Unternehmen ein weiteres Paket an, das noch einmal zusätzliche Einsparungen in Höhe von 30 bis 35 Millionen Britischen Pfund pro Jahr ermöglichen soll. Die einmaligen Gesamtkosten für diese Maßnahmen bezifferte Burberry auf bis zu 60 Millionen Britische Pfund. Dafür erwartet man künftig jährliche Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Britischen Pfund.

Betroffen von den Maßnahmen sind vor allem Mitarbeiter in Spanien und Großbritannien. In Spanien, dem Sorgenkind des Konzerns, will Burberry seine Infrastruktur den sinkenden Umsätzen anpassen. Außerdem soll das hauptsächlich für den spanischen Markt produzierende Segment Thomas Burberry aufgegeben werden. Insgesamt erwartet der Konzern in Spanien den Wegfall von etwa 250 Arbeitsplätzen.

Doch auch das Heimatland des Traditionshauses kommt nicht ungeschoren davon. Hier will sich Burberry künftig ganz auf den Produktionsstandort Castleford im nordenglischen Yorkshire konzentrieren. Die zweite britische Näherei in Rotherham wird hingegen geschlossen. Burberry kündigte als Folge dieser Entscheidung bis zu 290 Entlassungen an.

Foto: Burberry