Preisverfall belastet Lenzing

Montag, 11 Mai 2009

LenzingDer auf die textile Faserherstellung spezialisierte Chemiekonzern Lenzing bekommt nun ebenfalls die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise zu spüren und leidet besonders unter der sinkenden Nachfrage und dem daraus resultierenden, einen rapiden Preisverfall. Vor allem in Asien gingen die Faserpreise stark zurück, der Markt ist derzeit übersättigt.

Kein Wunder also, dass das Unternehmen im ersten Quartal 2009 weit weniger umsetzte, als im Vorjahreszeitraum. Um 18,1 Prozent gingen die Umsätze zurück, und selbst gegenüber dem letzten Quartal des Vorjahres verlor Lenzing zehn Prozent an Umsatzvolumen. Das Konzernmanagement übt sich derweil in Durchhalteparolen und setzt zugleich hohe Erwartungen in die Zeit nach der Krise. „Die Rezession hat bereits im vierten Quartal 2008 deutliche Spuren am weltweiten Fasermarkt hinterlassen,“ so Lenzing Vorstandsvorsitzender Peter Untersperger in einem Statement zur aktuellen Lage. Diese negative Entwicklung habe sich seit Jahresbeginn 2009 noch verstärkt. „Diesem Umfeld konnte sich auch die Lenzing Gruppe nicht entziehen. Aber gerade in dieser Situation behauptet sich Lenzing als stabiler und zuverlässiger Lieferant und Partner. Unsere Kunden schätzen das außerordentlich.“ Mit dieser Strategie habe man im aktuell rezessiven Umfeld immerhin auch Lieferanteile im Fasergeschäft hinzugewinnen können, „was uns im nächsten Aufschwung zu Gute kommen wird,“ so Untersperger weiter.

LenzingUnd der nächste Aufschwung sollte möglichst bald kommen. Die aktuellen Zahlen sind nämlich alles andere als ein Anlass zu großem Optimismus. So drehte sich analog zur Umsatzentwicklung auch das Betriebsergebnis in den Minusbereich. Lag der EBIT im ersten Quartal 2008 noch bei über 42 Millionen Euro, verbuchte man in diesem Jahr einen Verlust von fast zwei Millionen Euro. Gestiegene Finanzierungskosten sowie weiterhin hohe Währungsvolatilitäten führten außerdem zu einem mehr als enttäuschenden Finanzergebnis von minus 4,6 Miollionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) belief sich auf minus 6,5 Millionen Euro nach 38,5 Millionen Gewinn im Vorjahreszeitraum.

Das Problem von Lenzing: keiner weiß, ob und wann der Markt sich in diesem Segment wieder erholen wird. Die Unternehmensführung erwartet zumindest ein sehr schwieriges Jahr und sieht derzeit noch kein wirklich helles Licht am Ende des Tunnels. Die private Nachfrage in den westlichen Industrieländern sei anhaltend schwach. Erste Anzeichen einer mengenmäßigen Konsolidierung im Geschäftsbereich Fasern seien zwar erkennbar, allerdings sei noch nicht sicher, wie nachhaltig diese Stabilisierungsanzeichen sein werden. Das Fazit der Geschäftsführung: „Das Preisniveau verharrt auf absolut unbefriedigendem Niveau, die Margen bleiben vorerst gedrückt. Die weltweite Marktlage bleibt weiterhin unsicher, hoch volatil und momentan nicht prognostizierbar.“

Um nicht ganz aus der Spur zu kommen, soll nun verstärkt auf die Kostenbremse getreten werden. So will das Unternehmen weitere Einsparungs- und Kostenoptimierungspotenziale im zweistelligen Millionenbereich umsetzen, und das in allen Business Units und an allen Konzernstandorten, sowohl in der Produktion als auch bei Vertriebs- und Verwaltungseinheiten.

Foto: Lenzing AG