Outdoor: Branche muss sich "harter Realität" stellen
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Freitag, 13 Juli 2012
Die Zeiten des dynamischen Wachstums sind für die Outdoor-Branche erst einmal vorbei. Studien prognostizieren weit bescheidenere Steigerungsraten als in den vergangenen Jahren. Trotzdem gibt sich die Branche selbstbewusst: Sie generiere in Europa trotz schlechter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und zuletzt widriger Witterungsverhältnisse auch weiterhin Umsätze von mehr als zehn Milliarden Euro im Jahr und leiste damit „einen deutlichen Beitrag zur europäischen Wirtschaft“.

So lautet das Fazit einer Studie, die der Branchenverband European Outdoor Group (EOG) im Vorfeld der Friedrichshafener Fachmesse OutDoor, die am Donnerstag eröffnet wurde, vorstellte. Die Zahlen fußten „auf konservativen Berechnungen“, die auf den aktuellen Großhandelsdaten beruhten, hieß es dort. Für die Studie wurden mehr als 100 Partnerunternehmen vertraulich befragt.

Doch großer Optimismus herrscht in der Branche keineswegs: „Die Kombination aus Unsicherheit in der Eurozone, weitreichenden wirtschaftlichen Turbulenzen und saisonuntypischen Wetterverhältnissen hat den Durchverkauf in ganz Europa beeinträchtigt und macht genaue Aussagen zum Einzelhandelsumsatz derzeit unmöglich“, räumte EOG-Präsident David Udberg ein.

Rolf Schmidt, Geschäftsführer der Marke Mammut und Mitglied im Vorstand des Branchenverbandes, ist sogar noch vorsichtiger: „Zwei mäßige Winter und die Eurokrise werden in unserem Sektor Spuren hinterlassen. Die tatsächliche Durchschlagskraft dieser Effekte kann in diesem vom Reinverkauf geprägten Bericht noch nicht gezeigt werden. Aber volle Lager, auf Retail- wie auch auf Wholesale-Seite, und eine anhaltende Eurokrise werden sich 2012 spürbar auf die Marken auswirken und sie unter Druck setzen, und dies, bis die Eurokrise gelöst ist und sich die Lagerbestände reduziert haben“, sagt er.

EOG-Vizepräsident Bernd Cullmann plädiert angesichts der widrigen Gesamtsituation dann auch dafür, „ein angemessenes, aber stetiges Wachstum zu schaffen, anstatt Rekorde zu brechen und dabei die tatsächliche Stärke der Marktnachfrage aus den Augen zu verlieren“. Die Branche müsse sich „einer harten Realität stellen“, betonte der Geschäftsführer von Deuter Sport. „Der Markt in den kommerziell stärksten Regionen ist weitgehend gesättigt, und Unternehmen zahlen derzeit meist einen hohen Preis, um Marktanteile zu gewinnen und Wachstumszahlen zu liefern“, so Cullmann.


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