| Otto verschiebt Vertriebs-Umbau |
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| Montag, 08 Juni 2009 | |
Das Versandhandelsunternehmen Otto hat seine im Februar angekündigte Umstrukturierung seines Lagerlogistik-Netzwerks in Deutschland um mindestens ein Jahr verschoben. Das Projekt, das unter dem Titel „Neue marktorientierte Lagerlogistik“ firmiert, sollte die Vertriebsstrukturen
des Unternehmens deutlich straffen und enthielt empfindliche Einschnitte in die Standort- und Personalstruktur.
Durchgesetzt haben sich nun jedoch die Arbeitnehmervertreter, die mit Unterstützung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpften. So wurde erreicht, dass es keine Komplett-Schließung einzelner Standorte in Deutschland geben wird. Außerdem soll mit der Umsetzung des Projekts erst im kommenden Jahr begonnen werden, Anpassungen der Konditionen soll es sogar erst frühestens 2011 geben.
Trotz größtmöglicher Zugeständnisse an Arbeitnehmer und Gewerkschaft wird der Otto-Konzern den groß angelegten Umbau seiner Vertriebsstrukturen nicht ganz ohne Opfer über die Bühne bringen können. So werde es in Hamburg Ende 2010 durch die Schließung der Auslieferung und der Reservelager in Norderstedt und Billbrook, sowie den Ausbau des Retourenbetriebs zu einem Abbau von insgesamt knapp 550 Arbeitsplätzen kommen, so das Firmenmanagement. Weitere 80 Arbeitsplätze entfielen durch die aus der Umstrukturierung folgende Schließung des zentralen Umschlagplatzes („Hub“) in Hamburg. Eine komplette Schließung des Logistik-Standortes Hamburg mit seinen knapp 2.000 Arbeitsplätzen sei dafür aber vom Tisch. Abgebaut wird jedoch auch an anderen Standorten. So sollen in Hanau ab Juni 2010 durch die Verkleinerung des Retourenbetriebs rund 90 und in Rottendorf bei Würzburg durch die Schließung des Modelagers im Juli 2010 noch einmal 30 Arbeitsplätze wegfallen. Insgesamt seien in Deutschland rund 750 Arbeitsplätze von Verlagerung bzw. Kündigung betroffen, ließ der Konzern weiter mitteilen. Allerdings versehen mit dem Zusatz: „Wie viele Arbeitsplätze am Ende betriebsbedingt gekündigt werden müssen, lässt sich allerdings nicht sicher vorhersagen.“ Betriebsrat und Gewerkschaft haben also höchstens einen Etappensieg errungen, wie tief die Einschnitte in der um ein Jahr verschobenen Umsetzung des Konsolidierungskurses tatsächlich sein werden, ist derzeit noch gar nicht absehbar. Immerhin hat der Vorstand der Otto Group eigenen Angaben bereits zugestimmt, den „Erhalt wesentlicher Standorte vertraglich für dreieinhalb bis fünf Jahre zu garantieren“ und die von der Kündigung betroffenen Arbeitnehmer in einen Sozialplan aufzunehmen. Foto: Otto Group |


Das Versandhandelsunternehmen Otto hat seine im Februar angekündigte Umstrukturierung seines Lagerlogistik-Netzwerks in Deutschland um mindestens ein Jahr verschoben. Das Projekt, das unter dem Titel „Neue marktorientierte Lagerlogistik“ firmiert, sollte die Vertriebsstrukturen
des Unternehmens deutlich straffen und enthielt empfindliche Einschnitte in die Standort- und Personalstruktur.
Trotzdem soll an den Grundzügen der Restrukturierung nicht gerüttelt werden, so die Otto-Gruppe. Die Auslieferung der kleinvolumigen Sortimente wird künftig in deutlich ausgebauten Betrieben in Haldensleben und Burgkunstadt gebündelt, die Auslieferung in Hamburg und das Modelager in Rottendorf bei Würzburg dafür geschlossen werden. Zudem soll die Abwicklung retournierter Waren künftig in einem bis zur technischen Kapazitätsgrenze ausgebauten Retourenstandort Hamburg sowie in einem verkleinerten Retourenbetrieb in Hanau erfolgen. 
