Otto profitiert vom E-Commerce-Boom

Dienstag, 31 März 2009

OttoDer Hamburger Handelskonzern Otto Group konnte im Geschäftsjahr 2008/2009 offenbar ein leichtes Umsatzwachstum erzielen. Dazu trugen hohe Zuwächse im Online-Geschäft maßgeblich bei. Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen vorläufige Zahlen zur Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr, das am 28. Februar endete. Demzufolge erreichte der Konzernumsatz eine Höhe von 10,107 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert von 10,058 Milliarden Euro wurde um 0,7 Prozent übertroffen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen lag die Steigerungsrate bei 1,8 Prozent. Zum Ergebnis machte der Konzern keine konkreten Angaben, teilte aber mit, dass er vorläufigen Berechnungen zufolge beim operativen Gewinn vor Sondereffekten „knapp an den Vergleichswert des Vorjahres anknüpfen“ werde.

OttoVorstandschef Hans-Otto Schrader zeigte sich angesichts der Wirtschaftskrise mit den vorgelegten Zahlen „durchaus zufrieden“. „Dass es uns vor diesem schwierigen Hintergrund gelungen ist, an den Umsatz des Vorjahres anzuschließen, ist keine Selbstverständlichkeit,“ betonte er.

Solide entwickelten sich die Umsätze in Deutschland: Sie wuchsen um 2,2 Prozent auf 5,421 Milliarden Euro. Im internationalen Geschäft musste der Konzern hingegen einen Rückgang um 1,5 Prozent auf 4,687 Milliarden Euro hinnehmen. Dabei sanken die Umsätze in Europa außerhalb Deutschlands um 1,3 Prozent auf 3,425 Milliarden Euro. Währungsbereinigt entspricht das einer Steigerung um 2,0 Prozent. In Asien legte Otto um 4,4 Prozent auf 258 Millionen Euro zu, in Nordamerika ging der Umsatz um 3,6 Prozent (währungsbereinigt -0,5 Prozent) auf 1,000 Milliarden Euro zurück.

Überaus dynamisch wuchs der Online-Handel: Hier konnte der Konzern die Nachfrage um 12 Prozent steigern. Die Umsätze beliefen sich damit in diesem Bereich auf 5,5 Milliarden Euro. In Deutschland stieg der Umsatz im E-Commerce um 13,7 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. „Damit bleibt die Otto Group auch in Deutschland im Berichtsjahr der größte Online-Anbieter im B2C-Bereich,“ erklärte das Unternehmen. Die Zuwächse im Online-Handel konnten nach Angaben des Konzerns den Rückgang im Katalog-Geschäft fast vollständig kompensieren, so dass im Multichannel-Einzelhandel das Vorjahresniveau in etwa erreicht wurde. Wechselkursbedingt sei der Umsatz in diesem Segment allerdings um 1,0 Prozent auf 8,863 Milliarden Euro gesunken, hieß es aus Hamburg.

Die deutschen Einzelgesellschaften des Konzerns entwickelten sich unterschiedlich: Otto lag mit einem Umsatz von 1,667 Milliarden Euro um 0,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Demgegenüber konnte die Heine-Gruppe mit einem deutlichen Wachstum um 12,2 Prozent auf 523 Millionen Euro glänzen. Die Bonprix-Gruppe legte um 3,5 Prozent auf 871 Millionen Euro zu. Umsatzrückgänge meldeten hingegen die Schwab-Gruppe (-0,1 Prozent auf 929 Millionen Euro) und die Baur-Gruppe (-7,3 Prozent auf 454 Millionen Euro).

Wie die meisten Mitbewerber verzichtet auch der Otto-Konzern auf eine konkrete Prognose: „Wir wollen uns auch im laufenden Geschäftsjahr trotz der Wirtschaftskrise weiterhin erfolgreich behaupten. Aufgrund des sehr schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds ist zurzeit eine Prognose für Umsatz und Ertrag der Otto Group im laufenden Geschäftsjahr allerdings nicht möglich,“ erklärte Vorstandschef Schrader. Ein wesentliches Ziel bleibt der Ausbau des internationalen Geschäfts, insbesondere in Mittel- und Osteuropa. Außerdem will der Konzern seine Innovationsoffensive fortsetzen und sich „verstärkt als internationaler Dienstleister für Handel und E-Commerce etablieren“.

Foto: Otto-Pressebild