Otto bringt zwei neue Online-Stores E-Mail
Montag, 23 November 2009
Das Hamburger Versandhandelsunternehmen Otto treibt seine Neustrukturierung der Vertriebswege weiter voran und baut sein bestehendes Online-Angebot entsprechend aus. Das Unternehmen, das bereits weit vor seinem bisherigen Hauptkonkurrenten auf das Geschäft im Netz gesetzt hat, ist seit dem Aus für Quelle nun nicht nur fast alleiniger Herrscher in der Branche, es scheint auch gestärkt aus der Krise herauszukommen.

Nun spricht die Firmenleitung bereits von einer „Umsatzoffensive“, die man derzeit einläute. Generieren will Otto die Mehreinnahmen durch zwei neue Shopping-Portale mit dem Namen „Schlafwelt“ beziehungsweise „YourHome“. Beide Online-Shops seien aus dem Kerngeschäft des Unternehmens entwickelt worden und sollen künftig als eigenständige Satelliten betrieben werden, die jedoch Teil der Marke Otto bleiben sollen. Schlafwelt.de bietet – und das ist an dieser Stelle nicht wirklich verwunderlich – ein „spezialisiertes Sortiment rund um das Thema Schlafen“ an. Dazu zählen Unternehmensangaben zufolge Matratzen, Bettwäsche und Accessoires. YourHome werde Kunden hingegen als „Online-Möbelspezialist eine stylische Inszenierung und eine hohe Beratungskompetenz“ angedeihen lassen.

„Der Launch dieser beiden neuen Portale ist ein Teil unserer Mehrmarken-Strategie und ein wichtiger Schritt im Rahmen unseres nachhaltigen Wachstumskurses, so Dr. Rainer Hillebrand, stellvertretender Vorsitzender der Otto Group und Otto-Vorstandssprecher. Lascana zum Beispiel hab bereits gezeigt, dass der Aufbau einer autarken und flexiblen Marke aus dem Kerngeschäft von Otto heraus Erfolg verspreche. Ganz so autark sollen die beiden Webshops jedoch auch wieder nicht agieren können. Zwar würden die neuen Anbieter durch ihre Sortiments-Fokussierung eine höhere Flexibilität im Umgang mit Kunden und in der Gestaltung ihres Sortiments erhalten, sollen aber trotzdem eindeutig als Anbieter von Otto wahrgenommen werden.

Sollte sich in den nächsten Monaten abzeichnen, dass die beiden Konzepte funktionieren, will das Unternehmen auch in Zukunft auf Diversität setzen und seine Strategie entsprechend anpassen. Otto-Chef Hillebrand gibt sich jedenfalls überzeugt, dass das Versandhaus so Erfolgsgeschichte schreiben kann und sieht bei der Fortführung der Satelliten-Strategie ein „enormes Potenzial an Zusatzumsätzen“, die es zu erreichen gilt. „In Abhängigkeit von der Zahl der gestarteten Satelliten und der weiteren Wirtschaftsentwicklung halten wir einen dreistelligen Millionenbetrag in fünf Jahren für realistisch,“ so der Firmenchef weiter.

Welche Verluste unterdessen das Geschäft mit dem Hauptkatalog aller Voraussicht nach einfahren wird, verschwieg Hillebrand an der Stelle jedoch. In fünf Jahren wird also abgerechnet und man darf gespannt sein, ob es den traditionellen Otto-Katalog dann überhaupt noch geben wird.

Foto: Otto Group


 
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