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Otto Gruppe sieht Zukunft im Ausland
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Montag, 31 März 2008
Das Hamburger Versandhandelsunternehmen Otto konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 weiter wachsen. Nach den am gestrigen Montag veröffentlichten, vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz des Konzerns auf ein Rekordniveau von 11,5 Milliarden Euro und lag 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Aufgrund des Dauerhochs des Euro erzielte Otto, nach eigenen Angaben die weltgrößte Distanzhandelsgruppe, sogar ein Umsatzplus in Höhe von 3,8 Prozent.

Als stärkster Wachstumsmotor erwies sich auch diesmal der Bereich E-Commerce. Mit einem Anstieg der Online-Nachfrage um 26 Prozent auf nunmehr 5,1Milliarden Euro konnte die Otto Group ihre Position als weltweit zweitgrößter Online-Anbieter im Geschäft mit dem Endverbraucher bestätigen. Top-Scorer ist und bleibt hier das US-Unternehmen Amazon. In Deutschland gelang es der Unternehmensgruppe eigenen Angaben zufolge ebenfalls, die Online-Nachfrage ihrer Kunden um 25 Prozent auf hier 3,5 Milliarden Euro auszubauen. Damit bleibe man in Deutschland auch im Berichtsjahr der größte Online-Anbieter im B2C-Bereich, so das Firmenmanagement.

Was sich beim Umsatz recht positiv und solide anhört, hat sich allerdings nicht wirklich auf die Ertragsentwicklung ausgewirkt. So muss der Konzern eingestehen, hier „nicht an den Rekordwert des Vorjahres anknüpfen“ zu können. Zahlen zur Gewinnlage werden allerdings erst in den kommenden Tagen erwartet.

Mitschuld an dieser Entwicklung dürfte auch die Tatsache sein, dass das Unternehmen einen stetig größer werdenden Teil seiner Umsätze im Ausland erwirtschaftet. Vor allem im Nordamerika, wo dem Versandhaus aufgrund der latenten Dollarschwäche die Margen einbrechen, wurde ein Umsatzplus von 10,2 Prozent erreicht. Auch in Asien wirkte sich der starke Euro rechnerisch recht ungünstig auf die Zahlen aus. So wuchs der Umsatz hier zwar um glatte zehn Prozent, magerte jedoch wechselkursbedingt auf nur 1,6 Prozent ab. In Deutschland musste Otto hingegen ein tatsächliches Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum hinnehmen, obwohl die Bundesrepublik weiterhin der größte Markt für die Unternehmensgruppe bleibt. Noch werden hier 46,7 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet, die Tendenz ist jedoch weiter fallend. Der deutsche Markt bleibe schwierig, so Otto, man setze daher auf die Expansion auf den internationalen Märkten, wo sich nur Großbritannien (minus 7,7 Prozent) als Sorgenkind erweist.

Besonders erfreulich hätten sich nämlich die Auslandsaktivitäten in den USA, Japan und Frankreich entwickelt. So habe der amerikanische Einrichtungs- und Lifestylespezialist Crate and Barrel durch „organisches Wachstum und eine Reihe von Neueröffnungen“ einen Umsatzanstieg um 10,6 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar erzielt. Und auch der Umsatz der japanischen Otto Sumisho-Guppe, die zum Jahreswechsel ganz in den Besitz der Otto Group übergegangen ist und nunmehr als Otto Japan geführt wird, sei um 4,4 Prozent auf 34 Milliarden Yen – umgerechnet etwa 215 Millionen Euro gestiegen. Besonders im Fokus der Hamburger steht derzeit der russische Markt. Hier konnte der Konzern im Berichtsjahr um satte 35 Prozent zulegen und will auch zukünftig mit seinem neu gegründeten „Joint Venture Direct Cataloque Service“ - einem Zusammenschluss der Marken Otto, Bonprix und Witt – punkten.

Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 verfolge man ehrgeizige Ziele, ließ das Konzernmanagement wissen. Man wolle die internationalen Geschäfte, insbesondere in Mittel- und Osteuropa weiter ausbauen. Eine Innovationsoffensive soll zudem weiter „im Multichannel-Einzelhandel liegende Potenziale heben.“

Die Otto Group will sich mittelfristig weltweit als internationaler Dienstleister für Handel und E-Commerce-Anbieter positionieren. Erst kürzlich sei dafür mit Otto International eine schlagkräftige Einkaufsgesellschaft mit Milliardenvolumen geformt worden, die von Hongkong aus Handelskunden in aller Welt bediene, so der Konuzern. „Mit einem geschärften Profil für bessere Ideen, umfassende Dienstleistungen und internationale Expansion fühlen wir uns bestens gerüstet,“ so der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Hans-Otto Schrader. Auf dieser Basis und vor dem Hintergrund einer anhaltend schwierigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in den USA und in Deutschland sehe er im laufenden Geschäftsjahr „gute Chancen für ein Umsatzwachstum auf der Höhe des Vorjahres und eine überproportionale Ertragsentwicklung.“

Foto: Otto Group


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