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Otto Group: Umsatz steigt, Ertrag sinkt
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Mittwoch, 20 Juni 2012
Die Hamburger Otto Group hat mit einem geringen Umsatzplus und fallenden Gewinnen das Geschäftsjahr 2011/12 abgeschlossen. Während der Gesamtumsatz leicht um 1,7 Prozent auf 11,6 Mrd. Euro gesteigert werden konnte, entwickelten sich die Erträge unterdurchschnittlich. Das operative Ergebnis EBITDA sank von 667 auf 539 Mio. Euro und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging von 378 auf 259 Mio. Euro zurück. Als Grund nennt das Unternehmen gestiegene Rohstoff- und Faktorkosten, hohe Investitionen und einzelne schwächende Firmen vor allem in Frankreich.

Das Segment Multichannel-Einzelhandel konnte nach einem erheblichen Zuwachs im Vorjahr mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent auf 10 Mrd. Euro stabilisiert werden. Der Service-Bereich konnte dank der Hermes-Gruppe mit einem Außenumsatz von 1,030 Mrd. Euro erstmals die 1-Millarde-Euro-Grenze erreichen. Noch rasanter entwickelte sich das Geschäftssegment Finanzdienstleistungen. Nach einem zweistelligen Wachstum im Vorjahr legte der Geschäftsbereich im vergangenen Geschäftsjahr erneut um 16,9 Prozent auf 532 Mio. Euro zu.

Mit Inventionen möchte Hans-Otto Schrader, Vorstandsvorsitzender der Otto Group, die Erträge wieder steigern. Das Kerngeschäft soll mit den Marken Otto, Baur und Schwab in Zukunft klarer positioniert werden. Aus diesem Grund wurde bereits ein eigener Bereichsvorstand für Otto geschaffen, der die Marke künftig am Markt stärker positionieren soll. Auch weitere Investitionen in den Online-Handel, der im vergangenen Geschäftsjahr um 9,2 Prozent auf 5,3 Mrd. Euro stieg, sind geplant. Aktuell betreibt das Unternehmen über 60 Onlineshops, mit denen die Otto Group bereits 53 Prozent aller Erlöse erzielt. Nach dem Eintritt in den russischen und brasilianischen Markt soll in naher Zukunft die Türkei als weiterer strategischer Wachstumsmarkt für den E-Commerce ins Visier genommen. In Russland konnte der Umsatz im vergangenen Jahr um satte 34,9 Prozent auf 487 Mio. Euro gesteigert werden. Ein ähnlich starkes Wachstum soll nun auch in Brasilien realisiert werden.

“Die Otto Group ist hoffnungsvoll ins neue Geschäftsjahr gestartet”, sagte Schrader über das laufende Geschäftsjahr. Die Umsätze in Deutschland, Russland und in den Segmenten Service und Finanzdienstleistungen konnten in den vergangenen drei Monaten zum Teil zweistellig steigen. Schraders Prognose für das gesamte Geschäftsjahr bleibt aufgrund der Eurokrise jedoch verhalten optimistisch. Ziel ist ein moderates Wachstum bei wieder steigenden Gewinnen.

Foto: Otto Group


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