Online-Geschäft beflügelt Versandhandel E-Mail
Dienstag, 28 Juli 2009
Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) erwartet im laufenden Jahr eine Umsatzsteigerung für die Branche. Vor allem die erneut deutlichen Zuwächse im Online-Handel tragen weiterhin zum Aufwärtstrend bei. Der bvh prognostiziert für den Versandhandel ein Umsatzwachstum um 1,7 Prozent auf 29,1 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatten sich die Umsätze auf 28,6 Milliarden Euro belaufen. Der Verband berief sich auf aktuelle Zwischenergebnisse der Studie "Distanzhandel in Deutschland 2009", die im Auftrag des bvh vom Marktforschungsinstitut TNS Infratest durchgeführt wird. Damit würde der Anteil der Versender am gesamten Einzelhandelsumsatz in Deutschland von 7,2 Prozent im Vorjahr auf den neuen Höchstwert von 7,4 Prozent wachsen.

Die Branche profitiert auch in diesem Jahr vom Internet-Boom. Der bvh erwartet einen Anstieg der Online-Umsätze mit Waren um 15 Prozent von 13,4 auf 15,4 Milliarden Euro. Bezieht man auch die sonstigen im Internet getätigten Umsätze – also etwa mit Downloads, Dienstleistungen wie Hotel- und Reisebuchungen oder Tickets – ein, wird sich das Gesamtvolumen aller Online-Bestellungen der Prognose zufolge auf 21,8 Milliarden Euro belaufen. Das entspräche einem Zuwachs um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Die Branche bekommt starken Rückenwind aus dem Internet und kann damit gegen den allgemeinen Trend im Einzelhandel wachsen," erklärte bvh-Präsidiumsmitglied Dieter Junghans, "Ganz gleich ob stationäre Händler, Warenhersteller, oder Apotheken - es gibt immer mehr Unternehmen, die eigene Online-Shops eröffnen und dadurch zusätzliche Umsätze erwirtschaften. Jedes Unternehmen, das im Internet Handel betreibt, ist ein Versender. Gleichzeitig wird der Versandhandel immer mehr zum Online-Handel."

Doch trotz der Internet-Euphorie behält auch der klassische Katalog seine Berechtigung. Der Studie zufolge nutzen ihn immerhin auch 69 Prozent der Kunden, die letztlich online bestellen, zur Vorinformation. "Wir sind noch weit davon entfernet, den Katalog als Werbemittel in Frage stellen zu können. Die Frage lautet stattdessen, wie der Katalog der Zukunft aussehen muss," so Junghans. Nach wie vor machen Versender mit parallelen Katalog- und Internet-Angeboten trotz eines leichten Rückgangs (-0,8 Prozent) mit rund 16,5 Milliarden Euro die höchsten Umsätze, gefolgt von reinen Online-Anbietern, die mit einem Plus von 6,2 Prozent in diesem Jahr voraussichtlich auf rund 4,8 Milliarden Euro kommen werden.

An der Rangliste der einzelnen Warengruppen, die von den Kunden geordert werden, ändert sich insgesamt wenig. Allerdings werden die Umsätze mit Bekleidung, Textilien und Schuhen, der nach wie vor stärksten Gruppe, voraussichtlich um bis zu 5 Prozent zurückgehen. Der Anteil an den Gesamtbestellungen würde dann von 42 auf 38 Prozent sinken. Auf Platz zwei folgen wie im Vorjahr alle Arten von Medien, also Bücher, CDs und DVDs. Während der Umsatz wohl stabil bleiben wird, dürfte ihr Anteil an den Bestellungen von 18 auf 21 Prozent zulegen. Der Anteil der Unterhaltungselektronik an den Gesamtbestellungen wird der Studie zufolge von 5 auf 6 Prozent sinken, der Umsatz um bis zu 10 Prozent. Umsatzzuwächse erwartet der bvh bei Haushaltsgeräten, Computern und Zubehör sowie bei Medikamenten.

Foto: Neckermann.de


 
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