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Neckermann: Sanierungskonzept vorerst gescheitert
E-Mail
Freitag, 13 Juli 2012
Das Versandhaus Neckermann.de kann seine Umstrukturierungspläne nicht wie erhofft umsetzen. Die jüngsten Verhandlungen mit Arbeitnehmervertretern, in denen es um die Konditionen für die vorgesehene Entlassung von Beschäftigten ging, seien gescheitert, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Damit kann die Firmenleitung ihr Konzept, das die Konzentration auf den Internet-Versand vorsieht, vorerst nicht umsetzen.

„Eine Lösung für den dazu notwendigen Stellenabbau konnte in den gesetzlichen Einigungsstellen in den letzten Tagen nicht erreicht werden“, teilte das Unternehmen mit. Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte hätten in den Verhandlungen „weiter auf der Forderung nach Abfindungen für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter“ beharrt, die für solche Maßnahmen notwendigen finanziellen Mittel seien jedoch „nicht vorhanden“.

Der Konflikt zwischen den Arbeitnehmern und der Unternehmensführung war zuletzt eskaliert, als Mitarbeiter zwischenzeitlich in den Streik getreten waren, um ihrer Forderungen nach einem Sozialtarifvertrag Nachdruck zu verleihen, der auch Abfindungen im Falle von Entlassungen festschreiben sollte.

Das Unternehmen kann sich solche Abfindungen derzeit nicht leisten. Und ohne die angestrebte Einigung mit Gewerkschaft und Betriebsrat ist ihm der Abbau von 1.380 Stellen, wie er im Sanierungskonzept vorgesehen ist, zu riskant: Das Management befürchtet „umfassende Kündigungsschutz- beziehungsweise Abfindungsklagen“ der betroffenen Mitarbeiter. „Diese Klagen sind finanziell nicht kalkulierbar und würden die Existenz des Unternehmens gefährden“, teilte Neckermann mit. Außerdem würden „mögliche Co-Investoren“ durch das Risiko solcher Klagen abgeschreckt. Nach dem Scheitern der Verhandlungen sollen nun erst einmal neue Lösungen geprüft werden.


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