
Nicht so gut wie erhofft laufen derzeit die Geschäfte beim Düsseldorfer Handelskonzern Metro AG. Das Unternehmen sah sich daher gezwungen, seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr nach unten zu korrigieren.
Zuvor war der Konzern noch von Zuwächsen ausgegangen. Gerechnet hatte er mit einer Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr – allerdings unter der Voraussetzung „einer deutlichen Belebung des Umsatzverlaufs im vierten Quartal“, der politischen Umsetzung „fiskalpolitischer Maßnahmen zur Stabilisierung der öffentlichen Haushalte in den umsatzstarken Märkten“ und keiner weiteren Verschlechterung der Wechselkursverhältnisse. Unter diesen Bedingungen hatte der Vorstand trotz aller Risiken noch „ein Ergebniswachstum vor Sonderfaktoren im Gesamtjahr von rund 10 Prozent“ für möglich gehalten.
Die
optimistischen Ziele sind nun hinfällig. In dieser Woche teilte Metro mit, dass die Rahmenbedingungen sich nicht wie erhofft entwickelt hätten. „Vor dem Hintergrund eines schwach angelaufenen Weihnachtsgeschäfts in vielen Ländern Europas, negativer Währungseffekte und der zunehmend spürbaren Folgen der Staatsschuldenkrise für die Konjunkturentwicklung und das Konsumentenvertrauen“ passe das Unternehmen seine Erwartungen an, hieß es aus Düsseldorf.
Nun rechnet man mit niedrigeren Resultaten als 2010: „Sollte sich der bisher schwache Verlauf im wichtigen Weihnachtsgeschäft fortsetzen, geht die Metro Group von einem Umsatz leicht unterhalb des Vorjahresniveaus von 67,3 Milliarden Euro aus. Beim EBIT vor Sonderfaktoren erwartet das Unternehmen ein Ergebnis leicht unterhalb des Vorjahresniveaus von 2,4 Milliarden Euro.“
„Ursprünglich sind wir davon ausgegangen, dass aufgrund der schwachen Vorjahresbasis das diesjährige Weihnachtsgeschäft wächst. Der Start ins Weihnachtsgeschäft blieb bisher aber deutlich hinter den Vorjahreswerten zurück", räumte der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes ein. Die Kunden seien „infolge der sich verschärfenden Staatsschuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit und Sparprogramme stark verunsichert“. Zudem habe sich „das ohnehin negative konjunkturelle Gesamtbild für die nationale und globale Wirtschaft“ in den vergangenen Wochen weiter verschlechtert. „Die daraus resultierende Kaufzurückhaltung spüren wir über alle Vertriebslinien und Ländergrenzen hinweg,“ sagte Cordes. Ziel sei nun, trotz aller Widrigkeiten „ein Jahresergebnis auf dem hohen Niveau des Vorjahrs zu erwirtschaften“.
Foto: Metro AG