| Metro-Chef Cordes: Krise als Chance |
|
| Dienstag, 10 März 2009 | |
Aktuell reißen die Nachrichten über Unternehmen, denen die globale Wirtschaftskrise schwer zu schaffen macht, nicht ab. Gerade der Einzelhandel und dir großen Handelskonzerne rechnen mit einer Konsumflaute und erwarten für 2009 empfindliche Umsatzeinbußen und
Gewinnrückgänge im zweistelligen Prozentbereich. Besonders betroffen von der Krise sind die osteuropäischen Länder und Russland, die noch im vergangenen Jahr zu den lebendigsten Wachstumsmärkten weltweit zählten und nun teilweise am Rand zur Staatspleite stehen.
Dass jedoch auch sein Konzern auf die Auswirkungen der Krise reagieren muss, ist auch Cordes klar. So zieht er aktuell ein tiefgreifendes Effizienzsteigerungsprogramm mit dem Namen „Shape 2012“ durch, das enorme Einsparungen vorsieht und die gesamte Struktur des Konzerns nachhaltig verändern soll. Neun Projektgruppen mit mehr als 1000 Unterprojekten hätten die Arbeit bereits aufgenommen, so Cordes gegenüber der FAZ. „Wir sind jetzt in Phase eins der Umsetzung, in der es vor allem um die neue Organisationsstruktur des Einkaufs, der Logistik und der Informationstechnologie geht. Diese Phase wird Ende Juni abgeschlossen sein. Dann wird jeder Mitarbeiter genau wissen, in welcher der Metro Vertriebslinien er künftig seinen neuen Platz hat,“ stellt der Manager klar. Und das dürfte gar nicht so einfach sein, schließlich steuerte Metro seinen kompletten Einkauf bislang zentral. Nun soll kräftig dezentralisiert werden, die Querschnittsgesellschaft Metro Group Buying (MGB) wird aufgelöst und einzeln in die verschiedenen Vertriebslinien eingegliedert. Dass die so angepeilte Kostensenkung auch auf Kosten der Mitarbeiter stattfinden wird, darfan ließ der Konzernchef keine Zweifel aufkommen und räumte ein: „Klar ist, dass wir künftig weniger Mitarbeiter an Bord haben werden.“ Weiteres Einsparpotential bietet wohl auch die Trennung von defizitären Unternehmensbereichen. Hier steht nach wie vor der Warenhauskonzern Kaufhof an erster Stelle, über dessen Schicksal bereits seit Monaten die wildesten Gerüchte im Umlauf sind. Wird das Unternehmen verkauft, abgewickelt oder gar mit dem zu Arcandor gehörenden Konkurrenten Karstadt fusioniert? In diesem Punkt bleibt Cordes eine eindeutige Aussage weiterhin schuldig. Im Interview mit der FAZ bestätigt der Metro-Boss lediglich, dass Kaufhof nicht mehr zur Strategie seines Unternehmens passe und man sich lieber auf die Expansion von Metro Cash & Carry, Media Markt/Saturn und Real konzentrieren wolle. Da es aber momentan anscheinend an entsprechenden Angeboten fehlt, wird Kaufhof wohl bis auf weiteres Teil der Metro-Gruppe bleiben. „Wir werden nicht Geld verbrennen und Kaufhof unter Wert verkaufen. Deshalb werden wir ihn vorerst behalten,“ so Cordes. Allerdings: Wenn Arcandor-Chef Eick um ein Gespräch bitten sollte, sei es selbstverständlich ein Gebot der Höflichkeit, dieser Bitte nachzukommen. Eine Fusion mit Karstadt scheint also doch noch nicht ganz vom Tisch, genauso wenig wie ein Verkauf an einen anderen Investor. Während sich Metro also gesund schrumpfen will und weiter die osteuropäischen Märkte im Fokus hat, wird das Tochterunternehmens Kaufhof wohl weiter den Spekulationen der Branche ausgeliefert sein. Mit einer Entscheidung über die Zukunft der Kaufhauskette wird zwar im Laufe des Jahres gerechnet, zunächst sieht es jedoch so aus, als würde das Problem erst einmal ausgesessen. Foto: Metro |


Aktuell reißen die Nachrichten über Unternehmen, denen die globale Wirtschaftskrise schwer zu schaffen macht, nicht ab. Gerade der Einzelhandel und dir großen Handelskonzerne rechnen mit einer Konsumflaute und erwarten für 2009 empfindliche Umsatzeinbußen und
Gewinnrückgänge im zweistelligen Prozentbereich. Besonders betroffen von der Krise sind die osteuropäischen Länder und Russland, die noch im vergangenen Jahr zu den lebendigsten Wachstumsmärkten weltweit zählten und nun teilweise am Rand zur Staatspleite stehen.
Der einst goldene Osten erscheint derzeit für viele Unternehmen so grau wie vor dem Fall des Eisernen Vorhangs, und die ambitionierten Expansionspläne mancher Firmenleitung liegen bis auf weiteres auf Eis. Ganz anders sieht Eckhard Cordes, Chef des Handelsriesen Metro, die aktuelle Entwicklung auf den östlichen Märkten. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) sprach der Manager gar davon, die „Krise als Chance“ nutzen zu wollen. Er erwarte, dass die Krise zu einer Marktbereinigung führe, die „ein starkes Unternehmen wie die Metro-Gruppe konsequent zur besseren Positionierung nutzen“ werde. „Unser Umsatz ist im bereits schwierigen Jahr 2008 in Osteuropa um mehr als 15 Prozent gewachsen,“ so Cordes. „Und in Russland, wo wir erst 2001 in den Markt gekommen sind, erzielen wir inzwischen einen Jahresumsatz von vier Milliarden Euro. Vertreten sind wir dort im Lebensmittelgeschäft und mit den Media/Saturn-Elektronikmärkten. In diesen Segmenten sind wir dabei, gerade jetzt unsere Marktposition weiter auszubauen.“ Der Metro-Chef ist sich sicher: „Wir werden auch 2009 in Russland ein vernünftiges Geschäft machen.“ 
