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Luxusmarken unzufrieden mit Preisunterschieden
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Montag, 13 August 2012
Wachsende Preisunterschiede in verschiedenen Märkten werden mehr und mehr zum Problem für führende Luxusmarken. Hohe Einfuhrzölle im wichtigen Wachstumsmarkt China zusammen mit einem schwächelnden Euro haben eine große Preisdiskrepanz erzeugt. Unterschiede von bis zu 40 Prozent für den gleichen Artikel innerhalb und außerhalb Chinas sind keine Seltenheit.

Laut Wallstreet Journal kostet zum Beispiel Lous Vuittons beliebte Speedy 30 Tasche in Peking oder Shanghai stolze 6.100 Yuan (780 Euro), in Europa aber nur 500 Euro. Ebenso kostet Chanels zeitlose “Classic” Tasche in Frankreich 3.100 bis 3.839 Euro, während Kunden in China dafür etwa 37.000 Yuan (4.730 Euro) hinblättern müssen.

Die optimale Lösung wäre eine Reduzierung der hohen Einfuhrgebühren und Verbrauchssteuern, aber da wird sich zumindest in China eine Weile nichts tun, da laut Luxusmagazin Jing Daily die Ministerien für Handel und Finanzen im Clinch liegen. In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung gab die französische Luxusgruppe LVMH Moët Hennessy – Louis Vuitton S.A. bekannt, ihre “Geschäfte in China litten” unter der Situation.

Ein Pressesprecher des italienischen Luxus-Modeunternehmens Prada äußerte sich folgendermaßen zu dem Problem: “Um die Preislücke mit China zu reduzieren, denkt das Unternehmen darüber nach, Preise in Europa um bis zu 10 Prozent zu erhöhen, wenn der Euro weiterhin so schwach bleibt, ohne natürlich die Preise in China zu erhöhen.”

Eine Erhöhung der Preise in Europa wird aber nur bedingt funktionieren, da in durch die Eurokrise geschwächten Ländern die Kundschaft wenn nicht ausbleiben sich doch deutlich reduzieren könnte. Chinesische Kunden haben inzwischen ihre eigene Lösung gefunden; sie verbinden nämlich ihren Einkauf von begehrten europäischen Luxusartikeln mit Reisen nach Europa, sei es zu Geschäfts- oder privaten Zwecken.

Analyst Aaron Fischer, CLSA Asia-Pacific Markets, warnte: “Chinesische Kunden werden wahrscheinlich weiterhin ins Ausland strömen, um ihre großen Einkäufe zu tätigen, da die Luxusanbieter hier ihre Preise nicht um mehr als 5 bis 10 Prozent erhöhen werden. Aber sie könnten weniger kaufen.”

Wie zuvor berichtet ist die Nachfrage nach Luxusgütern in Europa jedoch nach wie vor hoch und es werden für das Jahr 2012 Umsätze von bis zu 200 Milliarden Euro erwartet. Mit einem zweistelligen Wachstum, das deutlich über dem globalen Durchschnitt von 9 Prozent liegt, bleibt Deutschland damit neben dem asiatischen Markt weiterhin Expansionsziel der großen Luxusmarken.

Foto: Prada

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