Konsumklima weiterhin mild E-Mail
Mittwoch, 27 Mai 2009
Keine Panik beim Verbraucher: Die Deutschen scheinen die allgegenwärtigen Krisenmeldungen einfach auszusitzen und lassen sich den Konsum nicht verderben. Inzwischen sehen sie die Konjunkturentwicklung sogar schon wieder etwas positiver. Das ist das Ergebnis der monatlichen Konsumklima-Studie, die das Marktforschungsinstitut GfK am Dienstag veröffentlichte. Demnach kann der prognostizierte Konsumklimaindex im Juni mit 2,5 Punkten das Niveau des Vormonats halten. Zu diesem für den Einzelhandel ermutigenden Resultat trug vor allem die Tatsache bei, dass die Verbraucher mittlerweile davon ausgehen, die Krise habe ihren Höhepunkt überschritten.

„Zuletzt haben sich die Hinweise dahingehend verdichtet, dass die rasante Talfahrt der deutschen Wirtschaft ihrem Ende entgegengehen dürfte und Hoffnungen auf eine vorsichtige Stabilisierung noch in diesem Jahr bestehen. So legen auch die Konjunkturaussichten – allerdings auf sehr niedrigem Niveau – zum zweiten Mal in Folge leicht zu,“ erläuterte die GfK. Der Indikator für die Konjunkturerwartung stieg im Mai gegenüber dem Vormonat um 2,9 auf -28,3 Punkte. Ob damit „bereits ein konjunktureller Wendepunkt erreicht“ sei, bleibe aber abzuwarten, so das Institut. „Trotz des nach wie vor sehr ausgeprägten Konjunkturpessimismus gehen die Verbraucher davon aus, dass gesamtwirtschaftlich das Schlimmste hinter uns liegen dürfte,“ resümierte die GfK.

Weniger positiv ist die Stimmung der Verbraucher hinsichtlich der eigenen Einkommen. Der Index der Einkommenserwartung sank im Mai trotz einer bevorstehenden Rentenerhöhung und der weiter niedrigen Inflationsrate um 1,3 Punkte auf -9,3 Punkte. Hier spielt die Sorge um den Arbeitsplatz eine wichtige Rolle. Auch wenn es mit der Konjunktur nicht mehr so steil abwärts geht wie noch in den Vormonaten, könnten die Arbeitslosenzahlen in absehbarer Zukunft deutlich steigen. „Die wahre Belastungsprobe für die Einkommenserwartung dürfte somit erst dann anstehen, wenn sich der Arbeitsmarkt im weiteren Verlauf dieses Jahres – wie von vielen Experten befürchtet – noch spürbar eintrüben wird,“ erklärten die Marktforscher.

Doch trotz dieser nach wie vor düsteren Perspektiven bleibt die Anschaffungsneigung stabil. Sie konnte gegenüber dem April sogar um 0,1 Punkte auf einen Wert von 12,5 zulegen. Verglichen mit dem Mai 2008, als der Indikator für die Anschaffungsneigung bei -20,4 Punkten gelegen hatte, sind die Verbraucher damit geradezu in Kauflaune. Die GfK sah hier positive Effekte der „finanziellen Anreize des Konjunkturpakets II“, etwa der viel diskutierten Abwrackprämie für ältere PKW.

So bleibt das Konsumklima insgesamt weiter robust – und übernimmt für die gesamte deutsche Wirtschaft eine wichtige Rolle: Die Binnennachfrage dürfte „in diesem Jahr den starken Einbruch bei Exporten und Investitionen etwas abmildern“, betonte die GfK. Für eine vollständige Kompensation dieser Verluste sei das Konsumklima jedoch zu schwach. Und das Damoklesschwert der steigenden Arbeitslosigkeit schwebt nach wie vor über den standhaften Verbrauchern. Massenentlassungen würden „auch das Konsumklima schwer belasten“, betonte das Institut.

Foto: © 2009 Metro AG

 
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