Die Rezessionsängste der Bundesbürger haben im Herbst dieses Jahres nicht weiter zugenommen, im Gegenteil: Zum zweiten Mal in Folge legte der Konjunkturindikator leicht zu und stabilisierte sich auf niedrigem Niveau, so die Gesellschaft
für Konsumforschung (GfK). Nach drei Monaten mit Verlusten sind im Oktober die Einkommensaussichten sogar gestiegen, und das „deutlich“, so die Experten. Kein Wunder, dass sich dadurch die stabile Entwicklung der Anschaffungsneigung auch in diesem Monat fortsetzte und auch die Konsumneigung geringfügig hinzugewinnen konnte. Als Folge kletterte das Konsumklima leicht nach oben, wobei der rückläufige Trend der Sparneigung diese Entwicklung stützte.
Ob sich mit dieser Entwicklung bereits ein Wendepunkt der Konjunkturaussichten andeutet, bleibt laut GfK jedoch abzuwarten. Die Signale aus der Wirtschaft seien im Moment nicht sehr ermutigend, so die Forscher. Dies gelte in erster Linie für die Exporte in den Euro-Raum. Aufgrund ausgeprägter rezessiver Tendenzen in weiten Teilen Europas hätten sich die Ausfuhren in diese Länder deutlich abgeschwächt, was derzeit nur zu einem gewissen Teil durch Zuwächse in Asien oder den USA kompensiert werden könne. Hinzu komme, dass der Aufschwung am Arbeitsmarkt im Herbst zum Stillstand gekommen sei.
„Die konjunkturelle Eintrübung dürfte auch ein wesentlicher Grund dafür sein, dass sowohl die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten wie auch die Bundesregierung in ihrer aktuellen Prognose die Wachstumsaussichten für 2013 deutlich nach unten revidieren“, so die GfK. Sie gehen für 2013 nur noch von einem Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent aus.
Trotzdem stieg die Anschaffungsneigung im Oktober geringfügig um 0,8 Punkte an und verzeichnete einen Wert von 33,9 Zählern. Die überaus große Stabilität der Konsumneigung zeige sich auch daran, dass sich der Indikator nun seit zwei Jahren in einem Bereich zwischen 30 und 40 Punkten bewege, heißt es in der neuesten GfK-Studie. Die Gründe für diese äußerst stabile Entwicklung seien nach wie vor in den stabilen Arbeitsmarktzahlen, einer insgesamt positiven Lohn- und Gehaltsentwicklung sowie einer moderaten Inflation zu finden. Zudem erhalte die Konsumneigung Rückenwind durch die Entwicklung der Sparneigung, die im Oktober ebenfalls Einbußen verzeichnete.
Anhaltende Verunsicherung im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Bankenlandschaft in Verbindung mit einem historisch niedrigen Zinsniveau sei eben keine gute Voraussetzung, Spareinlagen zu bilden, so die GfK. Stattdessen tendierten die Verbraucher dazu, ihre finanziellen Mittel eher in werthaltige Anschaffungen zu investieren als bei der Bank anzulegen. Der Einzelhandel kann sich unter diesen Voraussetzungen also durchaus auf ein lukratives Weihnachtsgeschäft freuen.