Während das Konsumklima in Deutschland weitgehend stabil bleibt, sind die Werte der Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung in fast allen benachbarten Staaten
deutlich gesunken. Dies berichtet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrer neuesten Erhebung.
In den Sommermonaten haben sich die wirtschaftlichen Rahmendaten in den meisten europäischen Ländern, wenn nicht verschlechtert, so zumindest auch nicht gerade verbessert. Die Verbraucher rechneten daher mit einer weiterhin rückläufigen Wirtschaftskraft, so die GfK. Zudem ist auch die Arbeitslosigkeit ebenfalls fast überall noch einmal angestiegen und liegt derzeit europaweit bei rund elf Prozent. Die Regierungen versuchen unterdessen weiterhin, durch strikte Sparmaßnahmen und teils drastische Steuererhöhungen ihre Staatsdefizite in den Griff zu bekommen. Vor allem in den Krisenstaaten führte dies zunehmend zu Protesten der Bevölkerung. Viele Verbraucher können jedoch keine weiteren Einschnitte mehr verkraften und sind nicht mehr bereit, die Maßnahmen ihrer Regierungen mitzutragen, ohne die Aussicht auf eine Verbesserung ihrer Lage erkennen zu können.
Frust, Unsicherheit und Zukunftsangst sorgen daher momentan europaweit für schlechte Stimmung bei Verbrauchern und Händlern, und eine spürbare Verbesserung der Lage ist weit und breit nicht zu erkennen. Inzwischen sind sogar die bislang so robust wirkenden Deutschen davon überzeugt, dass die europaweite Wirtschaftskrise auch ihr Land in den nächsten Monaten zunehmend treffen wird. Allerdings hat diese Erkenntnis noch kaum Auswirkungen auf die Einkommensaussichten der Verbraucher sowie deren Konsumentenverhalten. Beide Indikatoren sind in Deutschland nach wie vor auf einem ungewöhnlich hohen Niveau, was nach Ansicht der GfK vor allem dem konstant stabilen Arbeitsmarkt geschuldet ist.
Weitaus zuversichtlicher trotz mittelmäßiger Vorgaben aus der Wirtschaft zeigen sich die US-amerikanischen Verbraucher. Hier erreichte die Konjunkturerwartung im September mit 33 Punkten sogar den mit Abstand höchsten Wert seit der Erhebung des Indikators im März 2011 und stieg allein von August bis September um 11,5 Punkte. Die Einkommenserwartung liegt mit 23,8 Punkten rund neun Punkte höher als im Juni. Davon profitiert auch die Anschaffungsneigung der Amerikaner, die ebenfalls um rund neun Punkte auf jetzt -0,2 Punkte ansteigt. Diese positive Einschätzung der persönlichen Situation korrespondiert mit der zunehmend positiven Beurteilung der aktuellen Politik. So geben in einer Umfrage von AP und GfK deutlich mehr Verbraucher als noch vor einem Jahr an, dass die Aktivitäten im Land in die richtige Richtung gelenkt werden. Waren im August 2011 nur 21 Prozent dieser Meinung, sind es aktuell 42 Prozent. Die gegenteilige Meinung vertraten vor einem Jahr 75 Prozent, jetzt jedoch nur noch 48 Prozent.