Hugo Boss wächst wieder E-Mail
Donnerstag, 29 Juli 2010
Der Metzinger Modekonzern Hugo Boss AG hat im zweiten Quartal 2010 seine Umsätze wieder steigern können. Im gesamten ersten Halbjahr lagen die Erlöse damit nur noch knapp unter dem Vorjahreswert. Beim Ergebnis verbuchte das Unternehmen ein deutliches Plus.

In den ersten sechs Monaten des Jahres erwirtschaftete Hugo Boss einen Konzernumsatz in Höhe von 769,0 Millionen Euro. Damit wurde das Vorjahresniveau von 787,6 Millionen Euro um 2 Prozent verfehlt. Bereinigt um Wechselkursveränderungen belief sich das Minus auf 4 Prozent. Allerdings schaffte der Konzern in den vergangenen Monaten die Trendwende: Im ersten Quartal hatte er noch einen Umsatzrückgang um 8 Prozent melden müssen, im zweiten Quartal erzielte er eine Steigerung um 7 Prozent.

Im Großhandelsgeschäft gaben die Umsätze im Halbjahr noch einmal deutlich nach. Sie lagen um 14 Prozent (währungsbereinigt -15 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Hier bekam der Konzern die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren. Mittlerweile registrierte er aber auch im Großhandel „eine leichte Belebung“.

Positiv entwickelte sich hingegen der eigene Einzelhandel. Das gesamte Retail-Segment einschließlich der Online-Shops und Outlets steigerte seine Umsätze um rund 25 Prozent von 230 auf 288 Millionen Euro. Expansionsbedingt wuchsen die Erlöse der eigenen Shops um 31 Prozent (währungsbereinigt +28 Prozent) von 137 auf 179 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr hatte der Konzern weltweit 34 neue Geschäfte eröffnet und 8 geschlossen. Auf vergleichbarer Fläche ergab sich ein Plus von 10 Prozent. In den Outlets wuchsen die Umsätze um 11 Prozent, im E-Commerce wurden sie nicht zuletzt aufgrund der Eröffnung des Online-Shops in den USA von 2 auf 8 Millionen Euro sogar vervierfacht.

Der Erfolg der Einzelhandelssparte spiegelte sich auch in der regionalen Umsatzentwicklung. In der noch stark vom Großhandelsgeschäft geprägten Region Europa, die auch Afrika und den Nahen Osten einschließt, sanken die Umsätze im ersten Halbjahr um 9 Prozent (währungsbereinigt -10 Prozent) von 540 auf 490 Millionen Euro. In Deutschland lagen die Erlöse nur um 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau, was der Konzern als „zufriedenstellend“ bewertete. Starke Rückgänge gab es hingegen in den von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen Märkten Spanien und Osteuropa, aber auch in Frankreich und den Beneluxländern.

Besser sah es hingegen außerhalb Europas aus. Auf dem amerikanischen Kontinent stiegen die Umsätze um 14 Prozent (währungsbereinigt +10 Prozent) von 148 auf 169 Millionen Euro, wobei in den USA ein Plus von 13 Prozent auf 127 Millionen Euro erzielt werden konnte. Im asiatisch-pazifischen Raum wuchsen die Erlöse um 17 Prozent (währungsbereinigt +10 Prozent) von 79 auf 92 Millionen Euro. Hier machte sich die Einzelhandels-Expansion bemerkbar. Ein Highlight war die Entwicklung in der Volksrepublik China. Dort stiegen die Umsätze „insbesondere durch gezielte Neueröffnungen von Einzelhandelsstandorten“ währungsbereinigt um 52 Prozent auf 40 Millionen Euro.

Trotz des leichten Umsatzrückganges wuchs das Ergebnis deutlich. Der operative Gewinn (EBIT) legte um 22 Prozent von 71,7 auf 87,1 Millionen Euro zu. Der Halbjahresüberschuss stieg sogar um 31 Prozent von 47,7 auf 62,6 Millionen Euro. Der Konzern führte den Aufschwung auf „eine konsequente Preispolitik, den steigenden Umsatzanteil im Einzelhandel, die Optimierung der operativen Kostenstruktur und geringere Zinsaufwendungen“ zurück.

„Hugo Boss hat die beiden vergangenen, von der Weltwirtschaftskrise geprägten Jahre genutzt, um das Geschäftsmodell zu durchleuchten und zu optimieren“, erklärte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs. Dass der Konzern die richtigen Wachstumsfelder definiert habe, zeigten die erfreulichen Zahlen des eigenen Einzelhandels und die zweistelligen Umsatzzuwächse in Amerika und Asien, so Lahrs. „Das Geschäftsjahr 2010 wird ein gutes Jahr für die Hugo Boss AG werden“, kündigte er an.

Konkret prognostiziert der Vorstand ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum um 3 bis 5 Prozent und eine Steigerung des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten um 10 bis 12 Prozent. Dafür will der Konzern wieder mehr investieren als im Vorjahr. Der Schwerpunkt soll den Planungen zufolge auf dem weiteren Ausbau des eigenen Einzelhandels, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum, liegen.

Foto: Hugo Boss AG


 
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