Hohe Zuwächse für Gerry Weber E-Mail
Donnerstag, 26 März 2009
Gerry WeberDer Bekleidungskonzern Gerry Weber International AG konnte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2008/2009 noch einmal mit zweistelligen Steigerungsraten bei Umsatz und Gewinn glänzen. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen senkte das Unternehmen allerdings seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Gerry WeberWie Gerry Weber am Donnerstag meldete, wuchs der Konzernumsatz im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 12,2 Prozent von 121,8 auf 136,6 Millionen Euro. Die Markenumsätze stiegen um 22,5 Prozent von 97,7 auf 119,7 Millionen Euro. Erfolgreich war dabei vor allem die Kernmarke Gerry Weber mit einem Umsatzwachstum um 29,5 Prozent auf 91,3 Millionen Euro. Hohe Zuwächse verzeichnete erneut das Retail-Segment, in dem die in Eigenregie geführten „Houses of Gerry Weber“ zusammengefasst sind: Hier stiegen die Umsätze um 21,2 Prozent auf 32,9 Millionen Euro.

Auch beim Ergebnis stand das Unternehmen aus Halle in Westfalen glänzend da: Der operative Gewinn (EBIT) wuchs um 20,1 Prozent von 9,9 auf 11,9 Millionen Euro, der Quartalsüberschuss sogar um 30,8 Prozent von 5,7 auf 7,4 Millionen Euro.

Ganz so rasant wird es aber wohl nicht weitergehen: Das Volumen der Auftragseingänge für die erste und zweite Kollektion zur Herbst/Winter-Saison 2009 im Wholesale-Bereich belief sich nach Angaben von Gerry Weber auf 195,8 Millionen Euro und lag damit lediglich um 3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Und auch die anhaltende Wirtschaftskrise lässt kaum Raum für Optimismus. Daher senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose: „Im Hinblick auf die deutlich verschlechterten konjunkturellen Aussichten und aufgrund der nur noch einstelligen Zuwächse bei den Ordereingängen für die Herbst/Winter-Saison 2009 geht die Gerry Weber-Gruppe für das aktuelle Geschäftsjahr von einem Wachstum von etwa sechs Prozent und einem Konzernumsatz von mindestens 600 Millionen Euro aus,“ hieß es aus Halle. Am Ziel, die EBIT-Marge auf 12 Prozent zu steigern, hielt das Unternehmen jedoch fest.

„Bevor wir unsere Renditeziele gefährden, sehen wir bei jedem Auftrag lieber noch genauer hin und trennen uns von Kunden, die durch die Wirtschaftskrise angeschlagen sind“, erläuterte Unternehmenschef Gerhard Weber. Er betonte außerdem, dass der Expansionskurs beim eigenen Einzelhandel gehalten werden soll. „Mit unserer Vertikalisierungsstrategie haben wir eine eigene Unternehmenskonjunktur geschaffen. Das hat uns in den letzten Jahren ganz nach vorne gebracht und zahlt sich in der gegenwärtigen Rezession erst recht aus,“ erklärte er. „Durch unseren eigenen Retail-Bereich können wir unser Wachstum aktiv steuern. Daher wollen wir uns in den nächsten zwei Jahren noch vertikaler ausrichten.“ Für sein Unternehmen könnte die widrige Wirtschaftslage letztlich sogar Vorteile haben: „Aus der globalen Krise werden wir gestärkt hervorgehen. In der derzeitigen Rezession fallen die Mieten, und wir bekommen schon jetzt interessante Mietangebote aus dem In- und Ausland. Das ist unsere Chance, um im Retail-Bereich noch schneller voranzukommen,“ so Weber.

Foto: Gerry Weber


 
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