| H&M versucht aufzuholen |
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| Dienstag, 23 Oktober 2012 | ||||||||||||||||||||||
Obwohl der schwedische Bekleidungskonzern H&M verglichen mit seinem spanischen Konkurrenten Inditex die doppelte Umsatzmenge pro Geschäft verzeichnet, ist sein Umsatzwachstum bis jetzt enttäuschend. Inditex dagegen
wächst mit ungeheurer Geschwindigkeit. Es ist deshalb das Ziel von H&M-Geschäftsführer Karl-Johan Persson, den Abstand zwischen den beiden führenden Modehäusern der Welt zu verkleinern. Eine Neuerung des Konzerns sorgte bereits für Schlagzeilen, bevor die erste Kreation umgesetzt wurde. Hennes & Mauritz sollte eine neue Modekette eröffnen. Monate voller Geheimniskrämerei waren auf einmal für die Katz nachdem die schwedische Tageszeitung Dagens Industri die Neuigkeiten vorzeitig enthüllte. Die Firma selbst bestätigte dann drei Tage später die Geschichte; in einer Randnotiz am Ende der Pressemitteilung zum Quartalsbericht. In der Zwischenzeit wurde auch der Name des neuen Unternehmens bekannt: &Other Stories. Auch die Standorte der neuen Firmensitze: Paris und Stockholm, sowie der Name der Designchefin: Anna Teurnell. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2013 geplant. Alle weiteren Information werden noch nicht bekanntgegeben “bis wir dem Eröffnungsdatum näher sind”, äußerte sich ein Sprecher der Firma. H&M hofft, mit &Other Stories den Erfolg von COS zu übertreffen. Ein Erfolg, für den Karl-Johan Persson (37) verantwortlich ist. Seit 2009 Persson leitet die Firma, die sein Großvater Erling Persson 1947 gründete. Bevor er Firmenchef wurde, leitete Karl-Johan Persson die Expansionen und Geschäftsentwicklungen. Seine wichtigste Aufgabe war und ist, Umsatzwachstum zu generieren. Obwohl die schwedische Firma von Analysten als sichere und solide Investition eingeschätzt wird und Rendite als “großzügig” beschrieben werden, bleibt das Umsatzwachstum enttäuschend. 2011 stiegen die Einkünfte um 6 Prozent, aber die flächenbereinigte Umsatzentwicklung fiel um 1 Prozent. Im letzten Jahr fiel der Gewinn sogar um 15 Prozent. Die USA und China sind hier die Ausnahmen mit Umsatzsteigerungen in der ersten Hälfte von 2012 von jeweils 36 und 60 Prozent und 8 und 9 Prozent für neueröffnete Geschäfte. Deutschland – mit fast 400 Geschäften leicht H&Ms größter Markt – verzeichnete stabile Umsätze. Obwohl weiterhin neue Geschäfte eröffnet werden, ist der deutsche Markt jedoch gesättigt. In diesem Land ist kein Wachstum mehr möglich – es sei denn, H&M führt neue Erfolgsrezepte ein. COS (Collection of Style) wurde im März 2007 mit der Eröffnung des ersten Geschäfts an der Londoner Regent Street eingeführt. Das neue Einzelhandelskonzept wird als unabhängige Firma mit Sitz in London betrieben, profitiert aber von H&Ms Erfahrung und Netzwerk. Es dauerte vier Jahre, bis die Marke ein Geschäft auf heimischem Boden eröffnete. Der Erfolg von COS übertraf jedoch alle Erwartungen von H&M. COS bietet eher minimalistische Mode für Damen, Herren und Kinder an und die Preislage ist höher als die von H&M. Obwohl Hennes & Mauritz die Umsatzergebnisse seiner individuellen Marken nicht preisgibt, hat das Unternehmen doch zugegeben, von der Kette “überrascht” worden zu sein. Die Geschwindigkeit, mit der sie neue Geschäfte eröffnet – COS betreibt derzeit 54 Läden – ist ein zuverlässiger Maßstab. Bezeichnend ist auch die schnelle Eröffnung eines Shop-in-Shop-Verkaufskanals; dem ersten in Selfridges im Jahr 2009. Skandinavien ist ein weiteres Beispiel von Perssons Multimarkenstrategie, um Umsatzwachstum zu generieren. Nachdem die Firma 2008 einen Mehrheitsanteil erworben hatte, übernahm H&M 2010 den vollen Besitz und nannte damit drei junge, schicke Marken sein eigen. Die Übernahmen der Marken Weekday, Cheap Monday und Monki stellten sich als solide Investitionen mit allseitigem Wachstum heraus. Und trotzdem übertrifft das spanische Unternehmen Inditex H&M immer noch. Während Hennes & Mauritz seinen Marktwert in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelte, hat Inditex seinen im gleichen Zeitraum vervierfacht. Zudem sind H&M-Geschäfte oft wesentlich größer als die von Inditex. Der größte H&M-Laden soll nächstes Jahr in New York eröffnen und wird 5.000 Quadratmeter groß sein. Zaras größte Geschäfte – in Rom und New York – messen dagegen “nur” 3.000 Quadratmeter. Und obwohl H&M größere Umsätze und Gewinne pro Geschäft verzeichnet, konnte Zara ein beständiges Umsatzwachstum genießen – 4 Prozent im Jahr 2011 verglichen mit H&Ms Rückgang von 1 Prozent im gleichen Zeitraum. 2009 führte H&M eine Kollektion von Heimtextilien ein, die zunächst nur online und per Katalog erhältlich war; das erste Geschäft folgte 2010. Zara hat bereits seit 2003 eine erfolgreiche Heimtextilien-Kollektion und betreibt 315 Geschäfte; auch hier hinkt H&M hinterher. Das gleiche gilt für H&Ms Angebot an Schuhen und Accessories. Verglichen mit Zaras teurerer Accessories-Kette Uterqüe (seit 2008) werden die Unterschiede schnell deutlich, und hier ist COS erfolgreicher. Die schwedische Kette sprang allerdings recht spät auf den Zug der Sortimentserweiterung auf. Inditex begann den Prozess jedoch schon vor 20 Jahren mit der Ergänzung seiner Einzelhandelskette Zara durch Pull & Bear und Massimo Dutti im Jahr 1991. COS wird daher ein Beispiel für &Other Stories geben. Genau wie COS wird die neue Kette unabhängig betrieben, aber in einer höheren Preisklasse. Auf dem Jahrestreffen der Anleger im Mai sagte Karl-Johan Persson, dass &Other Stories auch von den Fehlern lernen könne, die mit COS in der Anfangsphase gemacht wurden. Denn obwohl die Marke H&M für Logistik, Vertrieb und Informatik nutzen konnte, musste es ihre Produktion ganz neu aufbauen, da H&M hauptsächlich in Asien produziert, COS aber in Europa. COS wartete auch ziemlich lange mit der Eröffnung eines Webshops, der jetzt bereits seit einem Jahr in Betrieb ist. Die neue Einzelhandelskette wird eine schnellere Wachstumsgeschwindigkeit erfahren.
* H&M 2011 Jahresbericht |
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Obwohl der schwedische Bekleidungskonzern H&M verglichen mit seinem spanischen Konkurrenten Inditex die doppelte Umsatzmenge pro Geschäft verzeichnet, ist sein Umsatzwachstum bis jetzt enttäuschend. Inditex dagegen
wächst mit ungeheurer Geschwindigkeit. Es ist deshalb das Ziel von H&M-Geschäftsführer Karl-Johan Persson, den Abstand zwischen den beiden führenden Modehäusern der Welt zu verkleinern.
Neuerung des Konzerns sorgte bereits für Schlagzeilen, bevor die erste Kreation umgesetzt wurde. Hennes & Mauritz sollte eine neue Modekette eröffnen. Monate voller Geheimniskrämerei waren auf einmal für die Katz nachdem die schwedische Tageszeitung Dagens Industri die Neuigkeiten vorzeitig enthüllte. Die Firma selbst bestätigte dann drei Tage später die Geschichte; in einer Randnotiz am Ende der Pressemitteilung zum Quartalsbericht. In der Zwischenzeit wurde auch der Name des neuen Unternehmens bekannt: &Other Stories. Auch die Standorte der neuen Firmensitze: Paris und Stockholm, sowie der Name der Designchefin: Anna Teurnell. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2013 geplant. Alle weiteren Information werden noch nicht bekanntgegeben “bis wir dem Eröffnungsdatum näher sind”, äußerte sich ein Sprecher der Firma. 
