Gerry Weber weiter im Höhenflug E-Mail
Donnerstag, 25 September 2008
Das westfälische Modeunternehmen Gerry Weber konnte in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres weiter überproportional zulegen und trotzt so der von der Konkurrenz gerne ins Feld geschickten Argumentation von den widrigen Rahmenbedingungen für die deutsche Modebranche. Mit einem Plus bei den Konzernumsätzen von 12,8 Prozent und einer EBIT-Steigerung um 26,4 Prozent präsentierte die Unternehmensgruppe nun sogar neue Rekorde auf und baute so eigenen Angaben zufolge ihre Ausnahmestellung weiter aus. Und das, obwohl sich der textile Einzelhandel im Allgemeinen nicht gerade in einem Höhenflug befindet. Den Grund für die exorbitant guten Zahlen hat das Konzernmanagement ebenfalls ausgemacht, er liege in der eigenen Führungsstärke begründet. „In der Krise zeigt sich, dass sich die Umstrukturierungen der Vergangenheit für uns auszahlen und wir die Früchte unserer Arbeit einfahren“, so der Vorstandsvorsitzende Gerhard Weber. „Wir haben unsere Beschaffungs- und Produktionsstrukturen optimiert, eine effiziente Logistik eingeführt und ein flexibles Vertriebssystem geschaffen. Jetzt können wir in allen Bereichen schnell auf Veränderungen reagieren und gleichzeitig jede Chance, die der Markt bietet, nutzen“, so Weber weiter. Sein Resümee: „Dass wir zunehmend am Point of Sale die Verantwortung übernehmen, ist der Schlüssel unseres Erfolgs.“

 

Das rasante Wachstum des Unternehmens schlug sich erneut in den Konzernumsätzen nieder, die in den ersten neun Monaten von 344,0 Millionen Euro im Vorjahr auf 388,1 Millionen im laufenden Jahr stiegen. Das Plus von 12,8 Prozent sei vor allem durch die sehr gute Entwicklung sowohl der Kernmarke Gerry Weber als auch der eigenen Retail-Aktivitäten getragen worden, so das Konzernmanagement. So lagen die Markenumsätze mit 335,9 Millionen Euro um 13,2 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Gerry Weber erzielte mit einer Steigerung von 15,1 Prozent die höchste Zuwachsrate der drei Konzernmarken und verbesserte ihre Erlöse von 217,6 Millionen auf 250,5 Millionen Euro, was nicht zuletzt an den beiden Sublabels Gerry Weber Edition und G.W. lag. „Der Umsatzanteil der Kernmarke von 74,6 Prozent festigte einmal mehr ihre herausragende Bedeutung für das Unternehmen“, so Weber. Mit 66,0 Millionen Euro steigerte das jüngere Label Taifun seinen Umsatz ebenfalls knapp zweistellig um 10,2 Prozent und trug so 19,6 Prozent zu den Markenerlösen bei. Samoon, die Marke für Anschlussgrößen, lag mit einem Umsatz von 19,4 Millionen Euro ebenfalls über dem Vorjahresniveau von 19,3 Millionen Euro und erreichte einen Erlösanteil von 5,8 Prozent.

Die mit 26,2 Prozent größte Umsatzsteigerung erzielte der Retail-Bereich, der die Erlöse der 91 in Eigenregie betriebenen Houses of Gerry Weber im In- und Ausland zusammenfasst. Das wachstumsstärkste Segment der Gruppe erhöhte seine Umsätze von 64,2 Millionen auf 81 Millionen Euro. Diese Verbesserung sei vor allem auf die Eröffnung zahlreicher neuer Filialen zurückzuführen, so das Unternehmen. Aber auch auf bestehender Fläche konnten die Westfalen zulegen. Während der Textileinzelhandel in Deutschland seit Beginn des Geschäftsjahres Umsatzeinbußen von rund sechs Prozent verzeichnete, erwirtschaftete das Unternehmen mit seinen in Eigenregie geführten Stores like-for-like ein Plus von durchschnittlich 3,5 Prozent, so dass die Gerry Weber-Gruppe auch in ihrem organischen Wachstum deutlich über dem Branchendurchschnitt lag.

Zugleich verkündete Weber, dass die Auftragseingänge für die erste und zweite Kollektion der Frühjahr/Sommer-Saison 2009 ebenfalls kräftig zulegten und um 14,0 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres liegen. Als besonders gewinnbringend erwies sich dabei das Auslandsgeschäft, vor allem in den neuen Boomregionen Osteuropas, sowie dem Mittleren und Fernen Osten. So liegt die Exportquote von Gerry Weber inzwischen bei rund 50 Prozent, Tendenz steigend.

Steigend zeigten sich jedoch nicht nur die Umsatzzahlen, sondern auch die Gewinne: So verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in den ersten neun Monaten von 34,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 43,0 Millionen im laufenden Geschäftsjahr, was einer Steigerung um 25,4 Prozent entsprach. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 26,4 Prozent von 27,1 Millionen auf 34,2 Millionen Euro, während das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) um 26,4 Prozent von 23,8 Millionen auf 30,1 Millionen Euro zulegte.

Zugleich stellte der Konzern im Abrechnungszeitraum 314 neue Mitarbeiter ein.

Das Firmenmanagement sieht sich nun natürlich durch den „ausgezeichneten Verlauf der ersten neun Monate 2007/2008“ in seiner Umsatz- und Ertragsprognose für das Gesamtjahr bestätigt. Mit einem Konzernumsatz von 570 bis 580 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von 11,0 Prozent will das Unternehmen seine Rekordserie zweistelliger Wachstumsraten fortsetzen. Auch für das Geschäftsjahr 2008/2009 rechnet die Gerry Weber daher mit einer Umsatz- und Renditeverbesserung im zweistelligen Bereich. In vier Jahren sollen die Gesamterlöse dann sogar auf eine Milliarde Euro und die EBIT-Marge auf 15 Prozent steigen. Um diese Ziele erreichen zu können soll das erfolgreiche Retail-Geschäft nun deutlich ausgebaut werden. Bis zum 31. Oktober 2008 sollen 20 zusätzliche Houses of Gerry Weber in Eigenregie eröffnet werden, davon zwölf im Inland und acht im Ausland. Im nächsten Geschäftsjahr sollen dann rund 100 weitere Multimarken-Stores folgen, von denen 40 durch das Unternehmen selbst betrieben werden sollen. In jedem der dann folgenden drei Jahre sind ebenfalls etwa 100 Neueröffnungen in Eigen- oder Fremdregie geplant. Auch die Zahl der Monomarken-Stores für die Submarken soll erhöht werden. Mittelfristig will der Konzern so rund 40 Prozent seiner Produkte in eigenen oder von Franchise-Partnern betriebenen Geschäften anbieten. Zehn Prozent des Retail-Umsatzes sollen künftig außerdem mit dem eigenen Online-Angebot erzielt werden.

Foto: Gerry Weber


 
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