Gerry Weber gelingt ökonomisches Kunststück E-Mail
Montag, 12 Januar 2009
Das Modeunternehmen Gerry Weber mit Sitz im westfälischen Halle konnte im Geschäftsjahr 2007/2008 neue Rekordwerte bei Umsatz und Ertrag verbuchen. Wie der Konzern mitteilte, konnte man nach vorläufigen Zahlen umsatzseitig zweistellig um 12,4 Prozent zulegen und 570 Millionen Euro einnehmen.

Noch besser lief es für Gerry Weber unter dem Strich, denn das Unternehmen präsentiert ein Ergebnis vor Steuern (EBIT) in Höhe von 62,7 Millionen Euro, das sind satte 21,3 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zugleich erhöhte sich die EBIT-Marge von 10,2 Prozent auf circa 11,0 Prozent. Zahlen, die den Konzernvorstand nun mit breiter Brust auftreten und verkünden lassen, dass man fast alles richtig und alles besser gemacht habe, als andere. Gerry Weber setze nämlich nicht nur sein rasantes Wachstum gegen den weiterhin negativen Branchentrend ungebrochen fort, es kristallisiere sich auch immer mehr heraus, „wer den Anforderungen des Marktes gewachsen ist und wer nicht", so Gerhard Weber, Vorstandsvorsitzender und Namensgeber der Marke. Er ist sich sicher: „Durch striktes Kostenmanagement sind wir in der Lage, unsere Beschaffungspreise bei unverändert hoher Warenqualität kontinuierlich zu senken, so dass wir den Einzelhändlern nachweislich höhere Margen bieten können als die meisten unserer Wettbewerber. Und das zahlt sich jetzt für uns aus."

Das Unternehmen sehe sich jedoch nicht nur als enger Partner des Handels, sondern setze verstärkt auf das eigene Retail-Geschäft, so Weber weiter. Die Informationen, die Gerry Weber Gruppe am Point of Sale gewinne, lasse man sofort in die neuen Kollektionen einfließen. „Durch die EDI-Anbindung unserer Houses of Gerry Weber wissen wir selbst am besten, was die Kundin will", begründet Weber die Strategie des Unternehmens, nicht nur die eigene Vertikalisierung voranzutreiben, sondern auch die logistischen Prozesse fortwährend zu optimieren. „Kurze Reaktionszeiten bei der Kollektionserstellung sind für den Erfolg am Markt genau so entscheidend wie eine hohe Kosteneffizienz."

Kein Wunder also, dass sich die Konzernführung überzeugt zeigt, das hohe Expansionstempo mit zweistelligen Wachstumsraten trotz der konjunkturellen Rahmenbedingungen auch im laufenden Geschäftsjahr unvermindert fortsetzen zu können. „Wir sehen in der Konzentrationstendenz des Marktes eine große Chance," so Weber, der dabei auch von der schwächelnden Konkurrenz profitieren will. „Das Ausscheiden von Wettbewerbern macht den Weg frei für eine noch schnellere Expansion," ist er sich sicher und konstatiert: „Auch 2009 wird ein Jahr der Bereinigung und bietet uns daher hervorragende Wachstumsperspektiven."

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Gesamtumsatz von rund 640 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von zwölf Prozent. In jedem der folgenden Jahre strebt die Gerry Weber-Gruppe eigenen Angaben zufolge eine Umsatzsteigerung von etwa 15 Prozent an. Das Unternehmen habe sich das Ziel gesetzt, im Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von einer Milliarde Euro und eine EBIT-Marge von 15 Prozent zu erreichen.

Vorangetrieben soll nun jedoch zunächst vor allem die Expansion im Retail-Geschäft. So sind für das Geschäftsjahr 2008/2009 rund 100 Neueröffnungen von Houses of Gerry Weber in Eigen- oder Fremdregie geplant. Auch in jedem der folgenden drei Jahre sollen etwa 100 weitere Multimarken-Stores hinzukommen. Außerdem werden im laufenden Geschäftsjahr rund 200 neue Shop-in-Shops eingerichtet, so dass die Gesamtzahl dieser Flächen auf etwa 1.700 steigen wird.

Foto: Gerry Weber AG


 
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