Gerry Weber: „Wirtschaftskrise als Chance“ E-Mail
Donnerstag, 04 Juni 2009
Gerry WeberKrise? Welche Krise? Der Bekleidungskonzern Gerry Weber International AG blickt trotz der misslichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit großem Optimismus in die Zukunft. Das machte Vorstandschef Gerhard Weber auf der Hauptversammlung, die am Mittwoch im westfälischen Halle abgehalten wurde, noch einmal ganz deutlich: Er strich in seiner Rede vor den versammelten Aktionären die „hervorragenden Unternehmensentwicklung“ heraus. Im vergangenen Geschäftsjahr war der Nettogewinn um 46,2 Prozent auf 39,4 Millionen Euro gesteigert worden.

Gerry WeberMaßgeblich dazu beigetragen hat die Expansion des eigenen Einzelhandels. Die „Houses of Gerry Weber“ erwiesen sich als starker Wachstumsmotor. Das soll auch weiterhin so bleiben: „Durch unseren eigenen Retail-Bereich können wir unser Wachstum aktiv steuern. Daher wollen wir uns in den nächsten Jahren noch vertikaler ausrichten,“ betonte er. Die globale Krise ermögliche es dem Unternehmen sogar, seine Expansion zu beschleunigen, da die Mieten im Einzelhandel in der Rezession weiter fallen würden, so Weber: „Das ist unsere Chance, um im Retail-Bereich noch schneller voranzukommen.“ Die ehrgeizigen Wachstumsprognosen für das laufende Geschäftsjahr bestätigte er ausdrücklich. Das Unternehmen sei überzeugt die Ertragsziele „durch striktes Kostenmanagement auf jeden Fall realisieren zu können,“ bekräftigte der Vorstandschef.

Von den guten Geschäften von Gerry Weber profitieren auch die Aktionäre – mit einer Rekorddividende: Die Hauptversammlung stimmte dem Dividendenvorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat für das abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 zu. Die Ausschüttung pro Aktie liegt bei 0,75 Euro und wächst somit gegenüber dem Vorjahr um 50 Prozent. Damit werden insgesamt 15,5 Millionen Euro an die Anteilseigner ausgezahlt.

Ein Urgestein des westfälischen Erfolgsunternehmens zieht sich indessen in Kürze aus dem operativen Geschäft zurück. Mitbegründer Udo Hardieck gibt seinen Vorstandsposten aus Altersgründen zum 31. Juli auf und wechselt in den Aufsichtsrat. Dort wird er Peter Mager ersetzen.

Foto: Gerry Weber


 
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