Gap trennt sich von Robinson

Freitag, 06 Mai 2011

Der große Umbau beim US-amerikanischen Bekleidungskonzern Gap Inc. geht weiter. Am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass Patrick Robinson, Chefdesigner für die Damen- und Herrenkollektionen der Kernmarke Gap, seinen Posten mit sofortiger Wirkung geräumt habe.

Erst vor wenigen Monaten hatte der Konzern seine kreative Abteilung neu aufgestellt. Anfang Februar war das „Gap Global Creative Center“ gegründet worden. Konzernchef Glenn Murphy hatte die Strukturreform seinerzeit damit begründet, dass er mit den Resultaten der Traditionsmarke nicht zufrieden sei: „Ich erwarte mehr von Gap in Nordamerika“, sagte er. Seither arbeiten die Designer der Marke Gap zusammen mit den Marketing- und PR-Spezialisten in New York. Geleitet wird das Kreativzentrum von Pam Wallack. Die entschied nun auch Robinsons Schicksal: „Nachdem ich die letzten drei Monate mit unseren Kreativen in New York verbracht habe, habe ich beschlossen, eine Veränderung im Design-Team von Gap Adult vorzunehmen“, erklärte sie in bemerkenswerter Offenheit.

Die Suche nach einem Nachfolger hat der Konzern bereits aufgenommen. Bis zu deren Ende wird Jennifer Giangualano, die Designerin der Kinder- und Babykollektionen von Gap, die kreative Verantwortung für die Erwachsenenmode kommissarisch mit übernehmen. Pam Wallack selbst soll in dieser Zeit das Design-Team übergangsweise leiten. Die Denim-Linie 1969 wird weiterhin von Rosella Giuliani entworfen, die Wallack direkt unterstellt ist.

Patrick Robinson war 2007 zum Casual-Spezialisten Gap gewechselt. Der Designer, der in den USA Prominentenstatus genießt, war nicht unbedingt eine naheliegende Wahl, hatte er doch zuvor unter anderem für Luxusmarken wie Giorgio Armani und Paco Rabanne gearbeitet. Ihm gelang es letztlich nicht, mit seinen Kollektionen die Umsatzprobleme der Marke zu lösen. Glenn Murphy bedankte sich zum Abschied trotzdem für die „harte Arbeit“ in den vergangenen vier Jahren.

Im April fielen die Umsatzzahlen des Konzerns vergleichsweise gut aus. Das lag aber nicht zuletzt daran, dass das Ostergeschäft anders als im Vorjahr, als es schon im März stattfand, in diesen Monat fiel. Der Konzernumsatz belief sich auf 1,15 Milliarden US-Dollar und übertraf das Vorjahresniveau damit um 10 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche ergab sich ein Plus von 8 Prozent. Wachstumstreiber in Nordamerika waren die Marken Banana Republic (flächenbereinigt +11 Prozent) und Old Navy (flächenbereinigt +14 Prozent). Die Marke Gap konnte da nicht mithalten: Ihre Erlöse wuchsen auf vergleichbarer Fläche trotz des Feiertagsgeschäfts lediglich um 2 Prozent. Im gesamten ersten Quartal gingen sie um 3 Prozent zurück.

Foto: Gap