Gap setzt auf Auslands- und Onlinegeschäft

Freitag, 15 Oktober 2010

Der US-amerikanische Bekleidungskonzern Gap Inc. will in den kommenden Jahren seine Abhängigkeit vom Heimatmarkt verringern. Der Online-Shop und das internationale Geschäft sollen deutlich an Bedeutung gewinnen. Aber auch in den USA will der Konzern seinen Marktanteil vergrößern.

„Wir tätigen die notwendigen Investitionen, um die Anteile des Online- und Auslandsgeschäfts am Gesamtumsatz zu vergrößern“, erläuterte Konzernchef Glenn Murphy am Donnerstag auf einer Investorenkonferenz in New York. Ziel des Treffens war es, den Geldgebern die strategischen Pläne für die kommenden Jahre vorzustellen. Ein wichtiges Nahziel ist es, dass Online- und Auslandsgeschäft gemeinsam bereits 2013 mehr als ein Viertel des Gesamtumsatzes beisteuern sollen.

Bereits in diesem Jahr expandiert der Konzern massiv. Erreichte er zu Beginn des Jahres mit seinen stationären und virtuellen Shops Kunden in lediglich 25 Ländern, sollen es am Jahresende bereits 80 Länder sein. Noch für dieses Jahr ist beispielsweise der Markteintritt in China und Italien geplant. In beiden Ländern sollen sowohl stationäre Läden als auch Online-Shops eröffnet werden. Im kommenden Jahr werden zudem die Konzernmarken Gap, Old Navy und Banana Republic über einen Online-Shop in Japan erhältlich sein. „Bis 2014 soll die Online-Sparte Gap Inc. Direct ihren Jahresumsatz auf 2 Milliarden US-Dollar und ihren operativen Gewinn auf 500 Millionen US-Dollar steigern“, erläuterte Toby Lenk, der President von Gap Inc. Direct.

Im Gegensatz zu den großen Visionen für das Online- und Auslandsgeschäft fallen die Ziele für den Heimatmarkt, der lange Zeit das einzige Standbein des Konzerns war, zuletzt aber wenig Grund zu Freude bot, eher zurückhaltend aus. Angestrebt wird dort eine „bescheidene, aber stetige Steigerung“ der Umsätze.

Dazu beitragen sollen punktuelle Veränderungen. So wird die Kernmarke Gap bei der Produktästhetik, beim Marketing und Ladenbau neu ausgerichtet, um den aktuellen Kundengeschmack zu treffen. Die Niedrigpreislinie Old Navy setzt neben einer veränderten Produktpalette derzeit auf die Renovierung ihrer Läden. Ende 2011 sollen 35 Prozent der Standorte den neuen Standards entsprechen. Auch Banana Republic teste neue Shop-Formate und verfeinere das Marketing, erklärte der Konzern. Mit diesen Maßnahmen will Gap seinen Marktanteil in Nordamerika weiter vergrößern.

Aber auch die Veränderungsbereitschaft hat ihre Grenzen. Erst vor wenigen Tagen zog der Konzern seine Pläne, das Markenlogo von Gap aufzufrischen, zurück. Zahlreiche Kunden hatten sich über den neuen Entwurf, der auf der Website des Unternehmens präsentiert wurde, beschwert. Zerknirscht kehrte die Marke zum traditionellen Design zurück. Aber eines beweist sie Episode immerhin: Den treuen Kunden ist Gap keineswegs egal. Und das sollte die Unternehmensführung zuversichtlich stimmen.

Foto: Banana Republic / Gap Inc.