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Frisches Geld für Arcandor
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Montag, 29 September 2008
Der Mischkonzern Arcandor, zu dem unter anderem auch die angeschlagene Warenhauskette gehört, Kann sich über einen neuen Geldsegen freuen, zumindest wenn es nach den Verantwortlichen geht. Vorstand und Aufsichtsrat haben nämlich beschlossen, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen.

Im Rahmen einer außerordentlichen Sitzung stimmte das höchste Kontrollgremium den Vorschlägen des Konzernvorstandes um Thomas Middelhoff für die Ausgabe neuer Firmenanteile, um so das Grundkapital Arcandors um knapp 59 Millionen Euro auf rund 648 Millionen Euro zu erhöhen. Dafür sollten über 23.000 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien ausgegeben werden, so die Unternehmensmeldung am Dienstagvormittag.

Bereits am Nachmittag meldete das Unternehmen dann bereits Vollzug. Das Kölner Privatbankaus Oppenheim habe die neuen Anteile übernommen und sei damit bei Arcandor eingestiegen, so eine eilig nachgeschobene Meldung. Die neuen Aktien seien zu ihrem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe von 2,56 Euro je Aktie zuzüglich je 0.04 Euro Agio, das heißt zu einem Ausgabebetrag von 2,60 Euro ausgegeben worden und ab dem 1. Oktober 2007 gewinnanteilsberechtigt.

Arcandor scheint nun auf eine sichere finanzielle Basis zurückgreifen zu können, um sich noch intensiver um die Rettung seiner schwächelnden Geschäftsbereiche zu kümmern. Erst vor wenigen Tagen verständigte sich der Konzern mit den Führungsbanken seines Kreditkonsortiums, der BayernLB, der Dresdner Bank und der Royal Bank of Scotland, auf ein umfangreiches Refinanzierungskonzept, inklusive einer Zusicherung der Warenkreditversicherer Atradius, Coface, Euler Hermes und Zurich, begleitend zu dieser Finanzierung die für das Arcandor-Geschäft notwendigen Kreditlinien zur Verfügung zu stellen.

Zuvor war bereits darüber spekuliert worden, ob Arcandor sich von dem Reiseveranstalter Thomas Cook trennen werde, um seine Verluste zu reduzieren. Gerüchte über einen Verkauf der Karstadt-Sparte schwelten zudem schon lange und erhielten zuletzt wieder neue Nahrung. Der Verkauf von Thomas Cook scheint nun durch die Gewinnung frischen Kapitals erst einmal vom Tisch. Arcandor teilte mit, keinen Verkauf von Aktien des Reiseunternehmens vornehmen zu wollen.

Wie es allerdings mit dem defizitären Karstadt weitergehen soll, bleibt weiter unbekannt. Man habe bislang keine Entscheidung zur Karstadt GmbH getroffen, so das Konzernmanagement in Essen. Die Kaufhauskette, die sich derzeit in einem schweren Restrukturierungs- und Neupositionierungsprozess befindet, macht seit geraumer Zeit Verluste und erweist sich so als echtes Sorgenkind für den Mutterkonzern Arcandor. Ihre Zukunft scheint nun trotz aller Kapitalerhöhungen ungewisser denn je.

Foto: Arcandor


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