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Escada: Verluste höher als erwartet
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Donnerstag, 18 Dezember 2008
Das in Aschheim bei München ansässige Modehaus Escada AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 seine bereits mehrfach gesenkten Prognosen offenbar verfehlt. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten vorläufigen Resultaten hervor.

Demnach erreichte der Konzernumsatz im Geschäftsjahr, das am 31. Oktober endete, eine Höhe von 582,5 Millionen Euro. Er lag damit um 15,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von 686,1 Millionen Euro. Bereinigt um Wechselkursveränderungen stand ein Minus um 13,1 Prozent zu Buche. Im vierten Quartal hatte sich der Abwärtstrend mit einem Rückgang um 17,7 Prozent noch einmal beschleunigt.

Beide Konzernsegmente waren von der negativen Tendenz betroffen: Die Hauptmarke Escada verbuchte im Geschäftsjahr Umsätze in Höhe von 388,7 Millionen Euro. Sie verfehlte das Vorjahresniveau von 461,1 Millionen Euro damit um 15,7 Prozent. Das Segment Primera, in dem die mittelpreisigen Marken Apriori, Biba, Cavita und Laurèl geführt werden, meldete einen Umsatzrückgang um 14,6 Prozent von 247,7 auf 211,5 Millionen Euro. Für diesen Bereich, der nicht mehr zur Unternehmensstrategie passt, sucht der Escada-Konzern derzeit einen Käufer.

Die massiven Umsatzeinbrüche schlugen auch auf das Ergebnis durch: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) fiel um 71,1 Prozent von 68,2 auf 19,7 Millionen Euro. Erwartet hatte der Konzern 23 bis 26 Millionen Euro. Wiederum waren beide Bereiche betroffen: Bei Escada sank das EBITDA im Jahresvergleich von 49,1 auf 18,0 Millionen Euro, bei Primera von 20,1 auf 1,7 Millionen Euro.

Das Nettoergebnis wird nach Angaben des Konzerns derzeit noch berechnet. Es hat die aktuellen Prognosen jedoch offenbar ebenfalls verfehlt. War Escada bislang davon ausgegangen, einen Fehlbetrag auf Vorjahresniveau auszuweisen, sieht es nun doch schlechter aus: „Der deutliche Umsatzrückgang und restrukturierungsbedingte Belastungen werden zu einem Verlust führen, der über dem Vorjahreswert von -27,3 Millionen Euro liegen wird," kündigte der Konzern an.

Nach den nun vorgelegten verheerenden Resultaten hofft das Traditionsunternehmen darauf, dass die laufenden und geplanten Restrukturierungsmaßnahmen in Zukunft greifen werden. Deutlichstes Signal des neuen Kurses ist die Entscheidung, das Segment Primera nun endlich zu verkaufen. Ein entsprechendes Verfahren wurde Anfang Dezember offiziell eingeleitet. In Aschheim will man sich künftig darauf konzentrieren, die Kernmarke Escada im Luxussegment neu zu positionieren. Große Hoffnungen ruhen dabei naturgemäß auf Bruno Sälzer. Der ehemalige Hugo-Boss-Chef hatte Anfang Juli den Führungsposten bei Escada übernommen. Er versuchte nun schon einmal, zumindest verhaltenen Optimismus zu verbreiten: „Die Neuausrichtung von Escada fällt in ein schwieriges Marktumfeld. Kundinnen und Handelspartner sind gegenwärtig sehr zurückhaltend mit ihren Einkäufen. Dennoch hat der Markt die ersten Signale der Neuausrichtung unseres Konzerns in der Modeaussage, in der Marktbearbeitung und bei den Geschäftsprozessen positiv aufgenommen," so Sälzer.

Foto: Escada


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