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Einzelhandel: Luxus-Boom und Flächenstagnation
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Mittwoch, 31 März 2010
Der bundesdeutsche Einzelhandel gibt während und nach der globalen Wirtschaftskrise ein uneinheitliches Bild ab. Während das Flächenwachstum im vergangenen Jahr nach Informationen des Handelsverbandes de Deutschen Einzelhandels (HDE) erstmals seit der Wiedervereinigung völlig zum Erliegen gekommen ist, geht der Boom im Luxus-Segment unvermindert weiter.

Laut HDE werden derzeit bundesweit 120 Millionen Quadratmeter Einzelhandelsfläche bewirtschaftet, 99 Millionen davon im Westen der Republik. Das klingt viel, könnte nach dem Geschmack der Branche jedoch durchaus mehr sein. Zwar sei der Einzelhandel mit einem nominalen Umsatzminus von 1,6 Prozent noch moderat aus dem Krisenjahr 2009 gekommen aber, so HDE-Geschäftsführer Stefan Genth: Die Wirtschaftskrise hat dafür gesorgt, dass viele Einzelhandelsprojekte entweder verschoben oder aufgegeben wurden.“

200.000 bis 300.000 Quadratmeter bereits geplante Einzelhandelsflächen seien wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht realisiert worden, so Schätzungen des HDE. Außerdem habe die Krise die Zahl der Insolvenzen im Einzelhandel im vergangenen Jahr auf 5.000 ansteigen lassen. In den Jahren zuvor habe die Zahl noch bei etwa 3.000 gelegen. Das Fazit des Verbandes: Insolvenzen und Geschäftsschließungen haben die Flächenneuansiedlungen kompensiert. Der Einzelhandel werde in diesem Jahr daher weiter an den Folgen der Krise trage, so Genth, der bei stagnierenden Umsätzen davon ausgeht, „dass die Verkaufsfläche auch 2010 nicht ansteigen wird“.

Ganz anders stellt sich hingegen die Lage auf dem Luxusmarkt dar. Deutschlands Top-Einkaufsmeilen erfreuen sich weiterhin größter Beliebtheit und können sich nach Meinung des Immobilienvermittlers Jone Lang LaSalle mittlerweile locker mit vergleichbaren Gebieten in anderen europäischen Metropolen messen. Angeführt von der Düsseldorfer Königsallee und Maximilianstraße in München, biete Deutschland mit insgesamt fünf Luxuslagen ein international absolut wettbewerbsfähiges Angebot, so die für Einzelhandelsvermietungen zuständige Abteilungsleiterin Doris von Muschwitz. Sie ist sich sicher: „Die deutschen Meilen müssen sich vor klangvollen Adressen wie der Londoner Bond Street oder der Pariser Rue Faubourg St. Honoré keineswegs verstecken.“ Sie wiesen bei vergleichsweise günstigen Spitzenmieten sogar eine hohe Dichte an Luxuslabels auf.

Neben den bereits genannten Einkaufsstraßen in München und Düsseldorf können im internationalen Standortranking auch der Berliner Kurfürstendamm, der Neue Wall in Hamburg, sowie die Frankfurter Goethestraße überzeugen.

Foto: Valentino Store Berlin


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