Beim Hagener Handelskonzern Douglas Holding muss sich die Unternehmensführung derzeit um einige Baustellen kümmern: Die Buchhandelssparte Thalia kriselt angesichts der Veränderungen in der Branche, und über die Zukunft des gesamten
Konzerns wurde zuletzt heftig spekuliert. Ein möglicher Rückzug von der Börse war ebenso im Gespräch wie die Abspaltung ganzer Geschäftsbereiche. Am Mittwoch äußerte sich Vorstandschef Henning Kreke auf der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle zu diesen Themen.
Der Weg bis zu einer erfolgreichen Sanierung von Thalia werde „lang, zäh und steinig“ erklärte er. Die Sparte habe zwar „weder ein Konzept- noch ein Personalproblem“, dafür aber ein „Flächenproblem“: „Thalia hat zu viel Fläche, Thalia hat zu große Flächen,“ hieß es in Krekes Redemanuskript. Auf diese Situation müsse der Konzern reagieren – mit der Verkleinerung vorhandener Flächen oder, falls notwendig, auch mit Standortschließungen. Daraus ergeben sich hohe Belastungen: „Aus heutiger Sicht rechnen wir mit erforderlichen Rückstellungen von rund 40 Millionen Euro. Darüber hinaus erwarten wir Wertberichtigungen von rund 130 Millionen Euro, die sich aus der Bereinigung bilanzieller Wertansätze aus der Vergangenheit ergeben,“ so Kreke.
Zur Zukunft des Gesamtkonzerns hielt sich Kreke weitgehend bedeckt. Er erklärte, die Eigentümerfamilie, der er selbst angehört, habe die Aktie „gegen Ende letzten Jahres als unterbewertet“ empfunden und diskutiert, „wie wir das Unternehmen und unsere Werte schützen können“. „Wir hatten die Befürchtung, dass die Douglas-Aktie möglicherweise zu einer volatilen ‚Zirkusaktie’ verkommt,“ so Kreke wörtlich. In diesem Zusammenhang denke die Familie darüber nach, ihren Anteil zusammen mit einem Finanzinvestor aufzustocken. Dabei müssten möglicherweise Zugeständnisse an den Partner gemacht werden, es werde aber keine Kompromisse „hinsichtlich der Unternehmenskultur und der Unternehmenswerte“ des Konzerns geben. „Wir wollen die Douglas-Gruppe auch nicht zerschlagen,“ betonte Kreke. Der Abschied von der Börse sei keineswegs „zwingendes Ziel“ der entsprechenden Gespräche. Das sei zwar „kein Szenario, das wir im Ergebnis ablehnen würden“, so der Konzernchef, „Ein eventuelles Delisting stünde aber – wenn überhaupt – ganz am Ende einer langwierigen Entwicklung, deren weiteren Verlauf wir derzeit nicht abschätzen können.“ Die Situation bei Douglas bleibt also auf absehbare Zeit weiter spannend.