Die Kauflaune steigt und steigt E-Mail
Freitag, 25 September 2009
Die deutschen Verbraucher werden offenbar immer optimistischer. Das legt zumindest die aktuelle Konsumklima-Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nahe. Bereits zum sechsten Mal in Folge stieg der monatlich ermittelte Index. Für den Oktober prognostiziert die GfK nun einen Wert von 4,3 Punkten. Im September hatte der Konsumklima-Index bei 3,8 Punkten gelegen. Das Niveau sei im langfristigen Vergleich trotz des kontinuierlichen Anstieg aber nach wie vor noch vergleichsweise niedrig, erklärten die Marktforscher. 

Maßgeblich zur erneuten Klimaverbesserung trug nach Angaben der GfK die Hoffnung bei, dass die Wirtschaftskrise doch nicht ganz so schlimm ausfallen werde wie erwartet. „In den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen gehäuft, wonach die Konjunktur weniger stark rückläufig ist als noch vor einigen Monaten befürchtet. Daher sehen auch die Konsumenten zunehmend optimistischer in die Zukunft,“ resümierte das Institut. Auch für den Arbeitsmarkt, von dessen Entwicklung die Kauflaune maßgeblich abhängt, gab es zuletzt ermutigende Prognosen. Insgesamt stieg der Indikator für die allgemeine Konjunkturerwartung deutlich: Nach -7,5 Punkten im August lag er im September bei 3,4 Punkten und damit erstmals seit dem Juni 2008 wieder im positiven Bereich. Vor einem Jahr, im September 2008, hatte der Index noch bei -15,7 Punkten gelegen.

Auch die individuelle Einkommenserwartung der Befragten entwickelte sich positiv: Der entsprechende Wert stieg deutlich von 8,8 Punkten im August auf 16,0 Punkte. Neben den weitgehend stabilen Verbraucherpreisen spielten auch die Effekte des Konjunkturpakets II für den Aufwärtstrend eine wichtige Rolle. Inwieweit diese Tendenz nachhaltig ist, bleibt abzuwarten: Der Blick ins derzeit recht gut gefüllte Portemonnaie „verdrängt derzeit noch aufkommende Ängste vor Jobverlust infolge einer drohenden steigenden Arbeitslosigkeit“, warnte die GfK.

Die Anschaffungsneigung stieg ebenfalls: Der Index kletterte im Vergleich zum Vormonat von 31,1 auf 36,5 Punkte. Vor einem Jahr hatte er bei -12,8 Punkten gelegen. Die GfK begründete den Anstieg ebenfalls mit der konsumentenfreundlichen Preisentwicklung und dem derzeit noch recht robusten Arbeitsmarkt.

Wie schon seit Monaten blicken die Forscher nach wie vor eher vorsichtig in die Zukunft: „Sollte sich die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten stark erhöhen, wird dies auch die Konsumenten belasten und das Konsumklima schwächen,“ betonten sie. Das würde auch die Gesamtwirtschaft schwer treffen, zumal der private Konsum angesichts drastisch gesunkener Exporte und Investitionen in diesem Jahr „die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft“ sei, so die GfK.


 
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