Deutsche bleiben in Kauflaune
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Mittwoch, 24 Juni 2009
Der Krise und den täglichen Meldungen über Firmenpleiten und Arbeitsplatzverlusten zum Trotz gehen die deutschen weiterhin gerne einkaufen. Wie die neueste Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) belegt, legen nicht nur die Konjunktur- und Einkommenserwartungen zu, sondern auch die Anschaffungsneigung.

Nachdem sich zuletzt die Hinweise auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt verdichtet haben, verstärken sich inzwischen die Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Konjunktur bei den Verbrauchern zusehends. So legen die Konjunkturaussichten moderat zu. Ein Grund dafür dürfte der noch recht robuste Arbeitsmarkt sein. Meldungen, denen zufolge die Inflationsrate im Mai bei null Prozent lag, zeigen ihre positive Wirkung sowohl auf die Einkommenserwartung als auch auf die Anschaffungsneigung. Beide Indikatoren gewinnen, wobei das Plus bei den Einkommensaussichten deutlich höher ausfällt. Folglich indiziere das Konsumklima für Juli eine positive Entwicklung, so die GfK, die zugleich warnt, dass die richtige Bewährungsprobe angesichts künftig steigender Arbeitslosenzahlen noch ausstehe.

Trotzdem legt die Konjunkturerwartung im Juni bereits zum dritten Mal in Folge zu, fällt mit einem Zuwachs in Höhe von 5,7 Punkten sogar deutlicher aus als in den beiden Vormonaten. Zugleich nimmt der Konjunkturpessimismus etwas ab und die Konsumenten scheinen derzeit davon auszugehen, dass der starke Konjunktureinbruch nach und nach gestoppt werden kann. Sicherlich hat zu diesem Anstieg des Indikators auch der Umstand beigetragen, dass der erwartete Einbruch auf dem Arbeitsmarkt bislang ausblieb und durch verbesserte Regelungen zur Kurzarbeit hinausgeschoben wurde. Allerdings liegt der Indikator bei weitem noch zu niedrig, um aus Sicht der Verbraucher bereits von einer beginnenden Erholung sprechen zu können.

Dass die Bundesbürger mit ihrem abnehmenden Pessimismus keineswegs allein dastehen, zeigt auch der sich verstärkende Optimismus der Finanzanalysten. So haben sich die mittelfristigen Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Juni spürbar verbessert. Auch das ifo Geschäftsklima hat sich im Juni zum dritten Mal in Folge leicht aufgehellt. Beide Institute sehen damit eine mögliche Stabilisierung der deutschen Wirtschaft.

Die Folge: Auch die Anschaffungsneigung kann im Juni dieses Jahres ihr derzeit gutes Niveau nicht nur verteidigen, sondern sogar noch leicht verbessern. Nach einem Plus von 2 Punkten in diesem Monat weist der Indikator 14,5 Punkte auf. Im Vorjahresvergleich schlägt derzeit sogar ein Plus von gut 38 Zählern zu Buche. Vor allem die sich stark abschwächende Inflation stimuliert derzeit die Konsumneigung. Sinkende Preisewirken als Kaufanreize. Die Tatsache, dass die Konsumenten den Finanzmärkten noch nicht wieder vollständig vertrauen, kommt der Anschaffungsneigung zudem zugute. Anstatt ihre verfügbaren Finanzmittel zu sparen, investieren Verbraucher derzeit tendenziell eher in Konsumgüter.

Foto: Galeria Kaufhof


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