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Deutsche Verbraucher bleiben optimistisch
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Mittwoch, 27 Juni 2012
Während in Ländern wie Griechenland, Spanien, Portugal oder Zypern die Existenzangst zum ständigen Begleiter der Menschen geworden ist, trotzt das Konsumklima in der Bundesrepublik auch der erneuten Verschärfung der Krise. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtet, bekam die Konjunkturerwartung im Juni zwar einen leichten Dämpfer, dafür stiegen jedoch erneut Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung der Deutschen.

Offenbar steige die Furcht davor, dass auch Deutschland stärker in den Abwärtstrend gezogen werde, so dir GfK. Nach drei Anstiegen in Folge erlitt der Konjunkturoptimismus der Bundesbürger daher im Juni einen deutlichen Dämpfer. von minus 16,6 Punkten. Bislang sähen die Bundesbürger jedoch die Gefahren aus dem Ausland offenbar ausschließlich für die Konjunktur generell und weniger für ihre persönliche Situation. Die Entwicklung der eigenen finanziellen Lage werde nämlich deutlich positiver eingeschätzt als im Vormonat.

So konnte der Einkommensindikator im Juni sogar spürbar zulegen und sein ohnehin schon hohes Niveau noch einmal steigern. Im Vergleich zum Vormonat gewann die Einkommenserwartung 8,1 Punkte hinzu und weist nun 40,1 Zähler auf. Steigende Beschäftigtenzahlen sowie im Vergleich zu den Vorjahren spürbar verbesserte Tarifabschlüsse ließen die Erwartungen an die weitere Einkommensentwicklung weiter steigen, so die GfK. Hinzu komme, dass der Inflationsdruck zuletzt nachgelassen habe. In ihrem neuesten Bericht kommen die Konsumforscher daher zu dem Schluss: „Die Preissteigerung für die Lebenshaltung ist im Mai unter die psychologisch wichtige Schwelle von zwei Prozent gesunken. Dadurch sehen die Konsumenten ihre Kaufkraft gestärkt.“

Im Sog der stark zunehmenden Einkommenserwartung konnte im Juni zudem auch die Anschaffungsneigung leicht zulegen. Mit einem Plus von 0,7 Punkten wurde das schon überaus gute Niveau sogar noch einmal übertroffen. Wie bei der Einkommenserwartung ist nach Ansicht der GfK auch hier die zunehmende Beschäftigung von zentraler Bedeutung. Sie sorge zum einen für weniger Angst vor Jobverlust und damit Planungssicherheit, was gerade für größere Anschaffungen eine wichtige Rolle spielt. Zum anderen stütze die derzeitige Finanzkrise sogar die Anschaffungsneigung. Durch das fehlende Vertrauen in die Finanzmärkte sowie das historisch niedrige Zinsniveau hielten es nämlich viele Konsumenten für nicht sehr attraktiv, ihre finanziellen Mittel auf die hohe Kante zu legen. Stattdessen tendierten sie eher dazu, werthaltige Anschaffungen zu tätigen.

Insgesamt scheint die Binnenkonjunktur so tatsächlich ihrer zugedachten Rolle gerecht zu werden, wonach sie in diesem Jahr eine wesentliche Stütze der wirtschaftlichen Entwicklung sein soll. Dies ist umso wichtiger, da sich aufgrund gestiegener Rezessionstendenzen in wichtigen Absatzmärkten Deutschlands die Exporte, die bislang der wesentliche Treiber des Wachstums gewesen sind, vermutlich spürbar abschwächen werden. Folglich ist ein stabiler Konsum wichtig, um in Deutschland eine Rezession zu vermeiden. Die GfK sieht daher ihre Prognose vom Beginn dieses Jahres bestätigt, wonach der private Konsum 2012 real um etwa ein Prozent zulegen soll.

Foto: ECE/Limbecker Platz Essen


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