Calida-Chef denkt über Akquisitionen nach

Donnerstag, 22 April 2010

Die Übernahme der französischen Luxus-Lingerie-Marke Aubade hat der schweizerischen Calida-Gruppe bisher wenig Freude bereitet. Mit hohen Sonderkosten drückte sie den Wäschekonzern im Geschäftsjahr 2009 in die roten Zahlen. Doch davon lässt sich Konzernchef Felix Sulzberger nicht schrecken.

  Nach dem Abschluss der Restrukturierung von Aubade sucht er nun neue Übernahmekandidaten. In einem Interview mit dem schweizerischen Fachblatt Handelszeitung sprach er über die aktuellen Pläne. „Wenn sich eine gute Gelegenheit am Markt bietet, sind wir offen für eine Akquisition. Wir haben klare Kriterien, was wir kaufen wollen. Aber das hat in unserem Unternehmen nicht die höchste Priorität,“ verriet Sulzberger der Zeitung. Gedacht werde an vertikal aufgestellte Marken, die im oberen Preissegment angesiedelt sind, so der Calida-Chef. Dabei beschränke man sich nicht nur auf Unternehmen aus dem Lingerie-Bereich. „Wir sind viel offener. Es muss aber körpernah sein und zum Modebereich gehören,“ erklärte Sulzberger. Das Spektrum könne „von Premium bis Luxus reichen“.

Die bislang eher ernüchternden Erfahrungen mit der langwierigen und teuren Integration von Aubade sprechen für den Calida-CEO nicht gegen weitere Zukäufe. „Wenn man die Zahlen anschaut, könnte man sagen, es war ein teures Investment," räumte er ein, betonte aber ausdrücklich, dass man die Akquisition „als erfolgreiches Investment“ betrachte. „Wir wussten von Anfang an, dass längerfristige Restrukturierungsschritte notwendig würden, um die Fixkosten in der Produktion zu senken. Wir haben vielleicht unterschätzt, wie lange die Restrukturierung dauert. In Frankreich geht es halt länger, bis man ein Unternehmen fit für die Zukunft machen kann,“ so Sulzberger.

Nach dem Abschluss der notwendigen Maßnahmen erwarte er aber künftig von Aubade „gute Zahlen“. „Wir haben ein neues autonomes Management, wir haben die Kostenstruktur bereinigt, Retail eingeführt und die Produktionsstrukturen verändert. Das Unternehmen ist nun fit. Es ist genau dort, wo wir es haben wollen,“ bekräftigte er. Erste positive Resultate konnte er auch bereits verkünden: „Das Orderbuch ist über Vorjahr, und mit unseren eigenen Aubade-Boutiquen liegen wir 10 Prozent über Vorjahr,“ so Sulzberger. Um die Kernmarke Calida muss er sich ohnehin keine Sorgen machen. Die habe schon 2009 ein „Superjahr“ hingelegt, erklärte der Konzernchef.

Foto: Calida