Bulgari meldet Millionenverlust
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Wie das Unternehmen mitteilt, brachen die Umsätze im vergangenen Halbjahr ein und lagen mit 396,4 Millionen Euro 21,7 Prozent unter den Vorgaben aus dem vergangenen Jahr. Währungsbereinigt fiel der Wert sogar um 28,9 Prozent. Begonnen hat die dramatische Entwicklung bereits Ende vergangenen Jahres, als die Finanzkrise erste Auswirkungen auf die betuchte Kundenklientel der Marke hatte und die bislang so spendablen Banker von größeren Einkäufen abhielt. Forciert wurde die Entwicklung dann im ersten Quartal 2009. Hier legte Bulgari zwar umsatzseitig nochmals leicht um drei Prozent zu, erzielte aufgrund von üppigen Investitionsprogrammen jedoch nur noch einen marginalen Gewinn.
Schaffte das Unternehmen im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres immerhin noch ein schwaches Plus, fielen Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal ins Bodenlose. Um 20,5 Prozent, währungsbereinigt gar um 27,7 Prozent brachen die Umsätze der Italiener im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, und das quer durch alle Produktkategorien. So meldet der Konzern für die Schmuck-Sparte einen Umsatzrückgang von 24,7 Prozent, das Geschäft mit Uhren ging um 36,2 Prozent zurück. Gleiches gilt für den Bereich Accessoires, wo man sogar 37,5 Prozent verlor, während der Parfumumsatz um 20,4 Prozent zurückging.
Am meisten macht dem Unternehmen dabei das Großhandelsgeschäft zu schaffen. Hier verlor man dermaßen, dass die Verluste nicht mehr durch die vergleichsweise ordentliche Entwicklung im Einzelhandel ausgeglichen werden konnte. Die Folge: signifikante Umsatzeinbußen rund um den Globus. In den USA setzte Bulgari nicht einmal mehr die Hälfte von dem um, was es im zweiten Quartal des vergangenen Jahres an Umsätzen generiert hatte. In Japan sanken die Umsätze gleichzeitig um 42 Prozent, in Europa um 22,7 Prozent und im restlichen Asien um 15,6 Prozent.
Im ersten Halbjahr 2009 fuhr Bulgari sogar einen Nettoverlust von satten 40,5 Millionen Euro ein und schrieb so einen absoluten Minusrekord in der Firmengeschichte. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres verbuchte man noch einen Gewinn in Höhe von über 54 Millionen Euro.
Trotzdem sieht Bulgari-Chef Francesco Trapani keinen Grund zur Resignation. Man habe ein Produktportfolio, das den Geschmack der Kunden treffe. Zudem sei man mit der Restrukturierung des Konzerns weit fortgeschritten und erwarte sich dadurch ein effizienteres Wirtschaften. Ob dies, kombiniert mit weiteren Einsparungen bei Werbung und Marketing, dem angeschlagenen Unternehmen wieder auf die Beine helfen wird, bleibt abzuwarten. Wichtiger dürfte es für Bulgari sein, dass die Top-Verdiener weltweit wieder Luxusgüter einkaufen gehen. Und das dürfte angesichts der jüngst kolportierten Bonuszahlungen, die viele Banken ihren Managern versprochen haben, schon sehr bald wieder der Fall sein.
Foto: Bulgari