Berlin: Bauprojekte verändern Einzelhandelsstrukturen

Freitag, 02 Dezember 2011

Der Einzelhandelsstandort Berlin hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Neubauprojekte und die Aufwertung zuvor wenig attraktiver Lagen bereits grundlegend gewandelt. Noch immer gibt es aber Potential für weiteres Wachstums – sei es durch weitere Neubauten oder die Steigerung der Attraktivität traditioneller Lagen. Das belegt eine aktuelle Studie des Maklerhauses Jones Lang LaSalle.

Eine durchgreifende Neugestaltung erfährt zurzeit die City West, die mit beliebten Einkaufsstraßen wie dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße bereits vor der Wiedervereinigung das wichtigste Shopping-Mekka der Metropole war. Hier werden für Einzelhandelsflächen nach wie vor die höchsten Mietpreise in Berlin erzielt. An der Spitze steht die Tauentzienstraße mit aktuellen Höchstmieten von 240 Euro pro Quadratmeter vor dem Kurfürstendamm (220 Euro pro Quadratmeter). Gerade dieser Bereich dürfte in Zukunft von den gegenwärtigen Neubauvorhaben rund um den Bahnhof Zoo und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche profitieren.

„Die umfangreichsten Entwicklungen stehen um den Breitscheidplatz an. Das Zoofenster, der geplante Neubau des Schimmelpfeng-Hauses und der Umbau des Zoobogens setzen neue Akzente,“ erläuterte Andreas Kogge, der Leiter des Bereichs Einzelhandelsvermietung Berlin von Jones Lang LaSalle. Auch das Projekt Haus Cumberland werde sich positiv auswirken: „Nach einem langjährigen Vakuum verspricht die Immobilie städtebaulich eine klare Aufwertung und wird mit einem hochwertigen Handelsbesatz einige Überraschungen bieten.“ Eine weitere Bereicherung sei die Sanierung des Bikini-Hauses, das derzeit zu einem Einkaufszentrum ausgebaut wird.

Potential gibt es auch noch im Umfeld des Hackeschen Marktes, der in den vergangenen Jahren zum modischen Zentrum der Hauptstadt geworden ist. Mittlerweile gibt es in diesem Gebiet mehr als 300 Shops. Vom Hackeschen Markt, dessen unmittelbare Umgebung inzwischen weitgehend von Filialkonzepten geprägt ist, ausgehend breitet sich die Nachfrage in zunehmenden Maße auf weiter entfernte Seitenstraßen aus. Auch die bisher „etwas unstrukturiert positionierte“ Oranienburger Straße werde „in den nächsten Jahren einen großen Sprung nach vorn machen“, vermutet Kogge. In diesem Bereich werden Immobilienprojekte wie das Tacheles-Areal und das Forum Museumsinsel für eine weitere Aufwertung sorgen.

Neue Großprojekte für den Einzelhandel entstehen weiterhin, beispielsweise am Leipziger Platz in unmittelbarer Nachbarschaft des Potsdamer Platzes. Dort wird derzeit ein neues Shopping-Center errichtet. Auch die eher abgelegene Schlossstraße in Steglitz, mit 345 Shops und einer Gesamtverkaufsfläche von 164.900 Quadratmetern „die wichtigste Toplage außerhalb des Zentrums“, die mit dem Shopping-Center „Das Schloss“ und weiteren Einkaufszentren in den vergangenen Jahren bereits grundlegend erneuert wurde, erhält im Frühjahr kommenden Jahres noch einmal Zuwachs: das Shopping-Center „Boulevard Berlin“.

Foto: © Berlin Partner/FTB-Werbefotografie