Trotz der allgemeinen Konsumflaute erwirtschaftet der Düsseldorfer Handelskonzern Metro Group AG nach wie vor solide Zuwächse. Vor allem das internationale Geschäft gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, erreichte
der Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres eine Höhe von 47,848 Milliarden Euro. Er lag damit um 7,1 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau von 44,675 Milliarden Euro. Zu dieser Entwicklung trugen deutliche Zuwächse im Auslandsgeschäft entscheidend bei: Die außerhalb Deutschlands erzielten Umsätze wuchsen um 10,6 Prozent von 26,497 auf 29,305 Milliarden Euro. In Osteuropa, wo Metro stark expandiert, wurden mit 19,3 Prozent erwartungsgemäß besonders hohe Zuwächse erzielt. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz stieg damit auf 61,2 Prozent. Auch in Deutschland konnte Metro wachsen, allerdings mit sehr viel geringerem Tempo: Hier legten die Umsätze um 2,0 Prozent von 18,178 auf 18,543 Milliarden Euro zu.
Im dritten Quartal schwächte sich die Wachstumsdynamik nur wenig ab: Der Konzernumsatz stieg um 6,7 Prozent auf 16,343 Milliarden Euro. In Deutschland (6,203 Milliarden Euro) lag die Steigerungsrate bei 2,4 Prozent, im Ausland (10,140 Milliarden Euro) bei 9,5 Prozent.
Die einzelnen Vertriebslinien entwickelten sich im bisherigen Jahresverlauf unterschiedlich: Metro Cash & Carry erzielte Umsätze in Höhe von 23,903 Milliarden Euro und übertraf damit das Vorjahresniveau um 6 Prozent. Auf vergleichbarer Fläche stieg der Umsatz um 3,2 Prozent. Während in Osteuropa und der Region Asien/Afrika zweistellige Zuwächse erzielt wurden, stieg der Umsatz in Deutschland nur um 0,2 Prozent. Flächenbereinigt gab er hierzulande um 0,8 Prozent nach. Auch die Real-Supermärkte wuchsen vor allem in Osteuropa. Hier stieg der Umsatz expansionsbedingt um 32,6 Prozent auf 2,057 Milliarden Euro. In Deutschland lagen sie mit 6,284 Milliarden Euro um 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Elektronikmärkte von Saturn und Media Markt steigerten ihren Umsatz nur Aufgrund der fortgesetzten Expansion. Insgesamt stand ein Plus um 10,0 Prozent auf 12,714 Milliarden Euro zu Buche. Flächenbereinigt sanken die Umsätze hingegen um 1,7 Prozent. Im dritten Quartal verstärkte sich diese Tendenz noch: Zwar stiegen die Umsätze nominal um 6,1 Prozent, auf vergleichbarer Fläche sanken sie jedoch um 3,4 Prozent.
Angesichts der herrschenden Konsumflaute entwickelten sich die Warenhäuser von Galeria Kaufhof solide. In den ersten neun Monaten sanken die Umsätze nur leicht um 1,4 Prozent (flächenbereinigt -1,5 Prozent) von 2,411 auf 2,377 Milliarden Euro. In Deutschland gaben sie um 1,7 Prozent (flächenbereinigt -1,8 Prozent) auf 2,148 Milliarden Euro nach, die Standorte in Belgien steigerten sich um 1,4 Prozent (flächenbereinigt +2,3 Prozent) auf 229 Millionen Euro. Im dritten Quartal sahen die Zahlen sogar noch besser aus: Der Umsatzrückgang lag in diesem Zeitraum nur noch bei 0,1 Prozent (flächenbereinigt -0,7 Prozent). In Deutschland (-0,3 Prozent, flächenbereinigt -1,1 Prozent) wurde das Vorjahresniveau nur knapp verfehlt. Beim Ergebnis konnte sich Kaufhof im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern: Der Fehlbetrag beim operativen Ergebnis (EBIT) wurde von -48 auf -43 Millionen Euro nach neun Monaten verringert. Im dritten Quartal stieg das EBIT um bemerkenswerte 90,2 Prozent von 4 auf 7 Millionen Euro.
Auch auf Konzernbasis entwickelte sich das Ergebnis im bisherigen Jahresverlauf insgesamt positiv: Zwar sank das EBIT um 19,7 Prozent von 770 auf 618 Millionen Euro, allerdings belasteten Sonderausgaben in Höhe von 237 Millionen Euro für die Verkleinerung des Filialnetzes von Real das Resultat. Bereinigt um diese Einmalausgaben wäre das EBIT um 11 Prozent gestiegen. Insgesamt meldete Metro für den Berichtszeitraum einen Verlust je Aktie von 0,87 Euro. Dieser Fehlbetrag ging jedoch auf das Konto nicht fortgeführter Geschäfte und Sonderfaktoren. Bereinigt um diese Effekte stieg der Gewinn pro Aktie um 16,2 Prozent von 0,68 auf 0,72 Euro.
Trotz aller Unwägbarkeiten, die sich aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ergeben, ist der Konzern für das Gesamtjahr zuversichtlich. Er rechnet weiterhin mit einer Umsatzsteigerung um mehr als 6 Prozent. Das EBIT-Wachstumsziel von 6 bis 8 Prozent vor Sonderfaktoren sei damit nach wie vor erreichbar, hieß es weiter.