| Also doch: die Krise erreicht den Handel |
|
| Montag, 03 August 2009 | |
Nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder kolportiert worden war, dass der deutsche Handel die Auswirkungen der globalen Rezession kaum zu spüren bekomme, zeigt sich nun ein ganz anderes Bild: Rückläufige Umsätze sowohl im Groß-, als auch im Einzelhandel. Dabei stellten
Politiker, Wirtschaftsfachleute und Presse noch vor Kurzem entzückt fest, dass die deutschen Verbraucher im internationalen Vergleich plötzlich die besten Kunden waren und einkauften, als hätte es nie eine Krise gegeben. Nun gibt es sie offenbar doch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) errechnet hat, sanken die Umsätze im bundesdeutschen Einzelhandel im Juni 2009 real um 1,6 Prozent und nominal um zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008.
Betroffen von dieser Entwicklung ist auch der Handel mit Textilien, Schuhen und Lederwaren, der mit real zwei und nominal mit einem Prozent aber immerhin etwas weniger verlor als andere Segmente. Am stärksten von der Kundenzurückhaltung betroffen waren einmal mehr die Warenhäuser, die real satte 7,3 Prozent weniger umsetzten als noch vor einem Jahr. Als vergleichsweise krisensicher erwies sich hingegen der Internet- und Versandhandel, der real nur um ein Prozent zurückging und nominal sogar mit 1,8 Prozent leicht im Plus lag. Umgerechnet auf das erste Halbjahr 2009 verlor der deutsche Einzelhandel gegenüber dem Vorjahr real 2,1 Prozent an Umsatzvolumen, was die gute Stimmung der letzten Monate ad absurdum zu führen scheint. Vor allem ist der Abwärtstrend noch lange nicht gestoppt, sondern wird sich nach Ansicht vieler Experten eher noch verschärfen. Die nackten Zahlen des Statistischen Bundesamtes unterstreichen diese These zumindest. So sanken die Einzelhandelsumsätze im Juni 2009 nicht nur im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sondern auch gegenüber dem Vormonat. Ein reales Minus 1,8 Prozent vermelden hier die Statistiker. Dass es weiter bergab geht, lässt sich jedoch vor allem an der Umsatzentwicklung im Großhandel ablesen. Hier zeigt sich bereits frühzeitig die Tendenz, die sich in den kommenden Monaten beim Einzelhandel niederschlagen wird. Und die gibt derzeit eher Anlass zur Sorge.
Allem plakativ zur Schau getragenen Optimismus der vergangenen Monate zum Trotz scheint die globale Rezession die deutschen Verbraucher mittlerweile hart zu treffen. Zwar zeigt sich der deutsche Markt im internationalen Vergleich noch immer als recht robust, die Auswirkungen der Wirtschaftskrise haben aber auch noch nicht voll eingeschlagen. Noch hält sich die Arbeitslosigkeit durch allgemeine Kurzarbeit in Grenzen. Sollte jedoch vor allem das Exportgeschäft nicht bald wieder anspringen, drohen zu Beginn des nächsten Jahres Entlassungen im großen Stil. Und dies wird sich wiederum signifikant auf die Binnenkonjunktur und die Anschaffungsneigung der Verbraucher auswirken. Die Folge: der Handel wird noch härter getroffen, vor allem im mittleren Preissegment. Profitieren dürften hingegen Discounter und Billig-Ketten. Foto: Galeria Kaufhof |

Nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder kolportiert worden war, dass der deutsche Handel die Auswirkungen der globalen Rezession kaum zu spüren bekomme, zeigt sich nun ein ganz anderes Bild: Rückläufige Umsätze sowohl im Groß-, als auch im Einzelhandel. Dabei stellten
Politiker, Wirtschaftsfachleute und Presse noch vor Kurzem entzückt fest, dass die deutschen Verbraucher im internationalen Vergleich plötzlich die besten Kunden waren und einkauften, als hätte es nie eine Krise gegeben. Nun gibt es sie offenbar doch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) errechnet hat, sanken die Umsätze im bundesdeutschen Einzelhandel im Juni 2009 real um 1,6 Prozent und nominal um zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008.
So setzte der Großhandel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im zweiten Quartal 2009 nominal 18,4 und real 10,8 Prozent weniger um als im Vorjahresquartal. Immerhin: der Großhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern, zu dem auch der Bereich Mode zählt, verlor vergleichsweise moderat um real 10,6 Prozent.