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Abercrombie & Fitch muss umsteuern
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Donnerstag, 02 August 2012 |
 Nach unerwartet schlechten Zahlen im zweiten Quartal wird der US-amerikanische Jugendmodeanbieter Abercrombie & Fitch sein Expansionstempo drosseln. Wie das Unternehmen am Donnerstag in einer Zwischenmitteilung
bekannt gab, erreichte der Umsatz im abgelaufenen Quartal, das am 30. Juli endete, eine Höhe von 951,4 Millionen US-Dollar. Damit wurde das Vorjahresniveau zwar um vier Prozent übertroffen, der Zuwachs war aber lediglich der internationalen Expansion geschuldet. Auf dem Heimatmarkt sanken die Erlöse um fünf Prozent auf 648,0 Millionen US-Dollar.
De r Umsatz im Ausland stieg zwar um 31 Prozent auf 303,4 Millionen US-Dollar, aber gerade das internationale Geschäft bereitet Sorgen: Die Umsätze auf vergleichbarer Fläche in den Shops des Konzerns sanken um 26 Prozent. In Nordamerika musste das Unternehmen einen flächenbereinigten Rückgang um fünf Prozent hinnehmen. Angesichts dieser enttäuschenden Entwicklung korrigierte das Unternehmen seine Gewinnprognose deutlich nach unten: Beim Ergebnis pro Aktie rechnet es jetzt für das laufenden Geschäftsjahr nur noch mit 2,50 bis 2,75 US-Dollar. Zuletzt waren 3,50 bis 3,75 US-Dollar erwartet worden. Umgehend ging der Börsenkurs auf Talfahrt. Zeitweise brach er um mehr als 15 Prozent ein.
Angesichts der schlechten Zahlen kündigte das Unternehmen an, seine internationalen Expansionspläne deutlich einzuschränken. So sollen nun im laufenden Geschäftsjahr nur noch 30 statt der bisher vorgesehenen 40 neuen Filialen der Konzernmarke Hollister im Ausland eröffnet werden. Zudem wird bei der Eröffnung neuer internationaler Flagshipstores eine „Pause“ eingelegt. Eine Ausnahme bildet lediglich das geplante Flaggschiff in Shanghai. Auch ansonsten werden die Neueröffnungspläne revidiert: Der Schwerpunkt soll nun auf Märkten liegen, auf denen das Unternehmen noch wenig präsent ist, um „Kannibalisierungseffekte“ der einzelnen Filialen so weit wie möglich zu vermeiden. Jede Neueröffnung soll zudem einzeln geprüft und genehmigt werden.
„Die makroökonomischen Bedingungen sind im Verlauf des Quartals äußerst schwierig geblieben – insbesondere in Europa, aber in zunehmendem Maße auch in den USA“, erklärte Konzernchef Mike Jeffries. „Vor diesem Hintergrund müssen wir bei der Genehmigung von Neueröffnungen extrem diszipliniert bleiben. Wir werden uns auf solche Shops beschränken, bei denen wir zuversichtlich sind, dass sie eine höhere Rendite abwerfen als andere Investitionen.“ |