Britischer Handelsriese Woolworths am Ende E-Mail
Donnerstag, 27 November 2008
Die Finanzkrise hat in Großbritannien ein erstes prominentes Opfer gefordert: Die traditionsreiche Einzelhandelskette Woolworths plc. musste am Mittwoch Insolvenz anmelden.

Am Donnerstag gab das Unternehmen bekannt, dass Verhandlungen über einen Verkauf des angeschlagenen Handelsriesen am Mittwoch endgültig gescheitert seien. Der Vorstand habe daraufhin erkennen müssen, dass „keine Aussicht mehr besteht, das Tagesgeschäft weiter zu führen“. Daraufhin sei umgehend der Insolvenzantrag gestellt worden. Gleiches gilt für den ebenfalls zum Mutterkonzern Woolworths Group plc. gehörenden Mediengroßhändler Entertainment UK Ltd.

Der Mutterkonzern selbst ist hingegen von der Insolvenz derzeit nicht betroffen. Für die zahlungsunfähigen Töchter wird nun Medienberichten zufolge das Beratungshaus Deloitte als Insolvenzverwalter fungieren. Insgesamt sollen etwa 30.000 Arbeitsplätze durch die Pleiten in Gefahr sein. Die Tageszeitung The Times berichtete jedoch, dass potentielle Käufer bereits Interesse an den Woolworths-Shops angemeldet hätten. Die Läden sollten jedenfalls vorerst geöffnet bleiben.

Der britische Ableger der Handelskette Woolworths war 1909 in Liverpool gegründet worden. Mit über 800 Filialen gehört der Niedrigpreisspezialist zum Inventar nahezu jeder Einkaufsstraße im Vereinigten Königreich. Zuletzt hatte das Traditionsunternehmen unter Umsatzproblemen zu leiden und hohe Schulden aufgehäuft.


 
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