Takko geht an neuen Eigentümer

Dienstag, 03 Juli 2007

Der Textil-Discounter Takko gab am gestrigen Montag seinen neuen Hauptgesellschafter bekannt. Demnach hat das weltweit tätige Private-Equity-Unternehmen Advent International die Mehrheitsbeteiligung an der Kette erworben. Die Übernahme erfolge in enger Partnerschaft mit dem von Geschäftsführer Arnold Mattschull geleiteten Takko Managementteam und habe einen Umfang von insgesamt 770 Millionen Euro, so das Unternehmen weiter.

Der seit 1982 im Niedrigpreissegment tätige Modekonzern wechselt so vom bisherigen Finanzinvestor Permira zu einem weiteren Beteiligungsunternehmen. Der neue Hauptaktionär Advent International ist kein Neuling im Übernehmen von Einzelhandelsfirmen. In den vergangenen Jahren wurden von Advent weltweit bereits über zwanzig Investitionen in diesem Sektor getätigt. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf Value Retail, einer der Bereiche mit den höchsten Wachstumsraten. Erst im April dieses Jahres hatte Advent International den französischen Discount-Retailer Stokomani übernommen. Im Juni folgte die Akquisition von Melody, Mexikos größtem Mode-Discounter.

Nun wollen die beiden Unternehmen im Gleichschritt wachsen. Gemeinsam strebe man an, das Wachstum von Takko Fashion in Europa weiter zu beschleunigen. Vorgesehen ist die Eröffnung von rund 150 neuen Filialen pro Jahr. Ein besonderes Augenmerk liege dabei auf Zentral- und Osteuropa, wo positive Wirtschaftsprognosen gepaart mit einem First-Mover-Advantage überdurchschnittliche Wachstums- und Ertragsmöglichkeiten versprechen. Außerdem soll das Unternehmen neu strukturiert und sein Sortiment ausgebaut werden. Eine Neustrukturierung der Direktimporte und eine vollständige Vertikalisierung von der Produktentwicklung über Inhouse-Design bis hin zur Steuerung aller Prozess- und Produktionsschritte stehe auf dem Plan, so die Firmenleitung. "Im deutschen Discount-Segment ist diese konsequente Strategie einzigartig", freut sich Geschäftsführer Alexander Mattschull. "Damit sind wir auf dem Weg zum ersten voll vertikalisierten Fashion-Discounter und können klare Wettbewerbs- und Kostenvorteile realisieren." Die Übernahme durch Advent International sieht Matschull dabei als rundweg positiv, spricht in diesem Zusammenhang gar vom "Beginn eines neuen faszinierenden Abschnitts in der

Entwicklung unseres Unternehmens" und setzt für die Zukunft voll auf Expansion. "Wir planen unter anderem, das starke Wachstum in unseren Stammmärkten fortzusetzen, unser Geschäft in den osteuropäischen Ländern wie zum Beispiel Rumänien, Bulgarien und Polen weiter auszubauen und werden darüber hinaus unsere Franchise-Plattform vergrößern" so Matschull. "Außerdem wollen wir in neue westeuropäische Märkte expandieren, darunter die Schweiz, Spanien, Portugal und Frankreich. Die Erfahrungen von Advent im Einzelhandel, insbesondere im Bereich des Value Retail, sowie die erfolgreiche Zusammenarbeit des Unternehmens mit international arbeitenden Firmen und seine starke Präsenz in Osteuropa werden einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, unser Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln."

Und auch der Finanzinvestor freut sich auf gute Geschäfte und steigende Rendite: "Fashion-Discount zählt zu einen der attraktivsten Marktsegmente im europäischen Textileinzelhandel. Hier lassen sich in ganz Europa attraktive Renditen erwirtschaften" so Ralf Huep, Geschäftsführer von Advent International Deutschland. "Mit Blick auf die überdurchschnittlichen Wachstumsraten und der strategischen Ausrichtung des Unternehmens, werden wir auch die Möglichkeit eines Börsengangs intensiv prüfen."