Rekordresultate für Otto E-Mail
Freitag, 22 Juni 2007

Die Hamburger Otto Group war im abgelaufenen Geschäftsjahr so erfolgreich wie nie zuvor in der Firmengeschichte. Dies gab das Unternehmen am Donnerstag auf seiner Bilanzpressekonferenz bekannt. Im Geschäftsjahr 2006/2007, das am 28. Februar endete, konnte der Konzern demnach einen Umsatz in Höhe von 15,251 Milliarden Euro erwirtschaften. Im Vergleich zum Vorjahr, als der Umsatz bei 14,570 Milliarden Euro gelegen hatte, bedeutet dies eine Steigerung um 4,7 Prozent. Damit erreichte der Jahresumsatz ein neues Rekordniveau.

Beim Ergebnis konnte das Unternehmen noch stärker zulegen. Auch hier wurden durchgehend neue Rekorde erzielt. So stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 848 Millionen Euro (2005/2006: 788 Millionen Euro), der Vorsteuergewinn (EBT) wuchs im Jahresvergleich um 10,6 Prozent von 459 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 507 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss erreichte eine Höhe von 361 Millionen Euro (2005/2006: 296 Millionen Euro).

In seinem traditionellen Kerngeschäft, dem Multichannel-Einzelhandel, konnte der Otto-Konzern seine Umsätze lediglich um 0,2 Prozent auf 9,206 Milliarden Euro steigern. Als Wachstumsmotor erwies sich in diesem Geschäftsbereich der Online-Handel: Hier stiegen die Umsätze im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 4 Milliarden Euro. Die drei großen Versandhäuser Otto, Baur und Schwab mussten einen leichten Rückgang um 0,9 Prozent hinnehmen, lagen damit aber immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt in Deutschland. Ohne die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung wäre "ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau erreichbar gewesen", teilte das Unternehmen mit.

Für die Rekordergebnisse des Konzerns waren angesichts dieser Resultate im Einzelhandelsgeschäft die anderen Segmente des Konzerns verantwortlich: So stiegen die Umsätze im Bereich Finanzdienstleistungen verglichen mit dem Vorjahr um 19,5 Prozent auf 1,415 Milliarden Euro. Im Segment Service, das im wesentlichen aus der Hermes Logistik Gruppe und der Otto Freizeit und Touristik GmbH besteht, erreichte die Steigerungsrate sogar 32,1 Prozent. Der Umsatz lag hier bei 595 Millionen Euro. Im Segment Großhandel wuchsen die Umsätze um 7,5 Prozent auf 4,035 Milliarden Euro.

In Zukunft will die Otto-Gruppe vor allem in Osteuropa weiter wachsen. Hier konnte der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Umsätze um über 12 Prozent auf 450 Millionen Euro steigern. Außerdem ist für Anfang 2008 der Start eines Markttests in Brasilien geplant. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Otto mit einem Umsatzwachstum um 3 bis 4 Prozent sowie einem "stabilen Ertragswachstum".

Die langfristige Strategie des Konzerns ist ausgesprochen optimistisch ausgelegt: "Das hervorragende Ergebnis des letzten Geschäftsjahres ist Resultat einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung, deren Fundament wir in den vergangenen Jahren gelegt haben und die dazu geführt hat, dass die Otto Group bestens für die Zukunft gerüstet ist. Wir haben uns vor zwei Jahren eine klare Vision gegeben, wo die Unternehmensgruppe im Jahr 2020 stehen soll. Wir wollen sie zur renditestärksten global agierenden Gruppe von Einzelhändlern und handelsnahen Dienstleistern machen und uns dabei mit überlegenen Unternehmenskonzepten auszeichnen," erklärte Michael Otto, der scheidende Vorstandsvorsitzende des Konzerns am Donnerstag (Foto). Er wird sich am 1. Oktober nach 26 Jahren aus der Geschäftsleitung zurückziehen und in den Aufsichtsrat wechseln. Ottos Nachfolge wird Hans-Otto Schrader antreten.

Foto: Otto Group


 
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